Trotz Frankreich-Risiko Dieser Milliardär mag Europa-Aktien

Politische Risiken, Brexit und Währungskrise: Europa ist kein einfaches Pflaster für Investoren. Ein US-Milliardär geht auf dem alten Kontinent dennoch gerne auf Einkaufstour.

10.03.2017 - 09:3110.03.17 - 09:34
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US-Milliardär David Tepper: „Es ist ein Wahrscheinlichkeiten-Spiel in Europa“
US-Milliardär David Tepper: „Es ist ein Wahrscheinlichkeiten-Spiel in Europa“© Bloomberg

Der US-Milliardär David Tepper, Gründer des Hedgefonds Appaloosa Management, setzt auf eine Rally bei europäischen Aktien – trotz politischer Risiken angesichts der bevorstehenden Wahlen in Frankreich. „Es ist ein Wahrscheinlichkeiten-Spiel in Europa“, so Tepper in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNBC. Die Bewertungen auf dieser Seite des Atlantiks seien „so viel niedriger“ im Vergleich zu den USA.

Tepper erwartet nach eigenen Angaben nicht, dass die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen – eine unerschrockene Nationalistin, die sich für einen Austritt Frankreichs aus der Eurozone einsetzt – das Votum für sich entscheiden kann. Dennoch bereite der Ausgang der Wahlen weiter Sorgen.

Hohe Erwartungen an US-Wirtschaft

Der US-Wirtschaft gegenüber ist Tepper positiver eingestellt. Bei Anleihen hat er sich zu Leerverkäufen entschieden, während er auf steigende Aktienkurse setzt, obwohl der Markt dieser Tage nicht billig ist. Eine Deregulierung wird Tepper zufolge der amerikanischen Wirtschaft Schwung verleihen. Die Wahrscheinlichkeit eines Wachstum von 3 Prozent bezeichnet er als hoch, solange die Republikaner „es nicht vergurken“ – etwa bei Themen wie dem Handel.

Der Hedgefonds-Manager geht darüber hinaus davon aus, dass eine Steuersenkung die Inflation antreiben und damit die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dazu zwingen könnte, die Zinsen schneller anzuheben: „Ich glaube, dass die Fed ziemlich schnell heraufsetzen wird. Wenn einige der Konjunkturmaßnahmen umgesetzt werden, sollten die Zinsen ziemlich schnell steigen.“ Mit Blick auf den neuen US-Präsidenten erklärte Tepper, dass er „sehr, sehr glücklich“ darüber wäre, wenn Donald Trump „sich an diesem Punkt etwas zurückhalten“ und nicht „so viele Tweets“ senden würde.