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US-Präsident Donald Trump: Höhere Wettbewerbsfähigkeit für US-Unternehmen nach Jahrzehnten des Steuer-Stillstands

Trumps Steuerreform Ohne Rücksicht auf die Spätfolgen

Axel D. Angermann analysiert seit 2008 als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen an den Märkten. Er warnt davor, dass der von Donald Trump vorangetriebene fiskalische Impuls auf eine US-Wirtschaft im Spätstadium des konjunkturellen Aufschwungs trifft.

08.12.2017 - 12:47 Uhr | Von:  in Märkte

Am Ende eines turbulenten Jahres zeichnet sich doch noch ein innenpolitischer Erfolg für die regierenden Republikaner und Präsident Trump ab: Bis zum Jahresende wird voraussichtlich eine umfassende Steuerreform verabschiedet.

Wenn die vorliegenden Entwürfe nicht mehr allzu sehr verändert werden, wird es eine große Reform mit erheblichen Entlastungen für die Unternehmen und nicht ganz so großen Entlastungen für die Bürger sein. Nachdem die USA mehr als zwei Jahrzehnte lang am globalen Steuer-Wettbewerb nicht teilgenommen hatten, verschaffen sie nun ihren Unternehmen auf einen Schlag einen spürbaren Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit.

Kommt die Steuerreform, kommt sie zu spät

So sehr die Reform von ihren Befürwortern gefeiert wird, sie könnte zum falschen Zeitpunkt kommen. Steuerliche Entlastungen sind für sich genommen geeignet, der Wirtschaft einen spürbaren Wachstumsimpuls zu geben. Aber: dieser Impuls kommt im Spätstadium eines bereits lange andauernden Aufschwungs, der demnächst ins zehnte Jahr geht und damit schon jetzt zu den längsten der Nachkriegsgeschichte gehört. Je später die Steuerreform in Kraft tritt, desto problematischer könnten die Folgen sein.

Die US-Wirtschaft zeigt aktuell zwar keine Überhitzungstendenzen, stößt aber zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Bei einer Arbeitslosenquote von nur noch 4 Prozent wird es für Unternehmen, die aufgrund geringerer Steuern ihre Produktionskapazitäten in den USA ausweiten wollen, zunehmend schwierig, die benötigten Arbeitskräfte zu rekrutieren. Zu erwarten wären also stärker steigende Löhne. Dies wiederum dürfte die Inflation nach oben treiben und mit ihr die Inflationserwartungen. Die Notenbank würde bei lehrbuchgemäßem Vorgehen darauf mit einer schärferen Gangart reagieren, und dies wiederum hätte schneller steigende Zinsen zur Folge.