Trumps SteuerreformReaganomics-Vordenker lobt Diät-Programm für die Staatsfinanzen

Die von der Trump-Regierung geplante Steuerreform könnte die US-Wirtschaft um 240 Milliarden US-Dollar jährlich entlasten, rechnet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor. Die US-Notenbank wird bei ihrem heutigen Zinsentscheid erst einmal die Füße still halten.

02.05.2017 - 16:28 Uhr02.05.17 16:28
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Polizisten halten Gegner und Fans von Donald Trump am 1. Mai in Los Angeles im Schach: Marktteilnehmer hegen Zweifel an der „größten Steuerreform in der Menschheitsgeschichte“
Polizisten halten Gegner und Fans von Donald Trump am 1. Mai in Los Angeles im Schach: Marktteilnehmer hegen Zweifel an der „größten Steuerreform in der Menschheitsgeschichte“© Getty Images

Die von US-Präsident Donald Trump geplante US-Steuerreform könnte die US-Wirtschaft jährlich um rund 240 Milliarden US-Dollar entlasten, kalkuliert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Trump hatte angekündigt, den Körperschaftsteuer-Satz für in den USA tätige Unternehmen von aktuell 35 auf 15 Prozent absenken zu wollen. Zwar führe jede fünfprozentige Senkung der Körperschaftsteuer dem BDI zufolge zum Wegfall von Einnahmen für den US-Fiskus in Höhe von rund 60 Milliarden US-Dollar jährlich. Doch die Unternehmen würden massiv entlastet, könnten verstärkt investieren und damit die konjunkturelle Entwicklung weiter vorantreiben – wodurch der Steuerhaushalt mittel- bis langfristig wieder ins Lot komme. Wie die BDI-Forscher berechnet haben, dürfte eine auch nur auf 20 oder 25 Prozent gesenkte Körperschaftsteuer die US-Wirtschaft jährlich um einen niedrigen dreistelligen Milliardenbetrag entlasten.

Niedrigere Steuern sollen Produktivität erhöhen

Wegen des Wegbrechens von Steuereinnahmen und der absehbaren starken Unterfinanzierung des hoch verschuldeten US-Haushalts sehen viele Volkswirte Trumps Steuerpläne kritisch. Die US-Schuldenlast beläuft sich auf 2 Billionen US-Dollar oder mehr als 105 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der frühere Wirtschaftsberater Ronald Reagans, Arthur Laffer, hingegen begeistert sich für den Reformplan. „Besser hätte ich es mir nicht erträumen können“, gibt der einflussreiche Ökonom gegenüber dem „Handelsblatt“ zu Protokoll.

Der 76-Jährige gilt als treibende Kraft hinter den gewaltigen Steuersenkungen in der Amtszeit von Ronald Reagan (1981 bis 1989), die Teil der Reaganomics waren. Trumps Steuerkonzept werde die Konjunktur beflügeln, ohne den Staatshaushalt zu belasten, erwartet Laffer. Sein Credo: „Es gibt nur eines, das die Steuereinnahmen langfristig erhöht – Wirtschaftswachstum.“