Umfrage „Deutsche Anleger trotz konservativer Herangehensweise am zufriedensten“

Deutsche Anleger bereuen ihre Investitionsentscheidungen nicht – auch wenn sie konservativ ausfallen. Das sagt zumindest die Mehrheit der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage des US-Vermögensverwalters Legg Mason.

01.06.2017 - 10:2401.06.17 - 12:11
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Fußballfans freuen sich bei der Europameisterschaft 2016 über einen Sieg
Fußballfans freuen sich bei der Europameisterschaft 2016 über einen Sieg© Pixabay

Die Mehrheit der deutschen Anleger (55 Prozent) bereut Investitionsentscheidungen nicht – auch wenn die eher konservativ ausfallen. Das ist eine der Kernaussagen der diesjährigen Global Investor Survey des internationalen Vermögensverwalters Legg Mason.

Für die jährlich durchgeführte Umfrage des Multi-Boutiquen-Hauses wurden insgesamt 15.300 Anleger in 17 Ländern befragt, darunter 900 deutsche Investoren. Mit dieser Zufriedenheit heben sich die Investoren hierzulande deutlich von den weltweit befragten Anlegern ab, denn in keinem anderen Land sind die Ergebnisse so deutlich. Global bereuen lediglich 32 Prozent der Befragten keine ihrer Anlageentscheidungen. Der Rest ärgert sich beispielsweise über ein falsches Markttiming (17 Prozent), verpasste Chancen am Aktienmarkt (16 Prozent) oder eine zu geringe Streuung (12 Prozent).

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, bei dem sich die befragten Anleger in Deutschland stark abheben: ihre Risikobereitschaft. „Weltweit, das zeigt unsere aktuelle Studie, scheinen Anleger langsam zu verstehen, dass in Zeiten mit einem risikolosen Zins von Null die logische Konsequenz für Anleger auf Renditesuche darin bestehen muss, den nächsten Schritt auf der Risikoleiter jenseits der sicheren Häfen zu nehmen“, kommentiert Klaus Dahmann, Niederlassungsleiter und Country Head Deutschland & Österreich bei Legg Mason, die Ergebnisse der Global Investor Survey.

Risikoaversion tief in der Gesellschaft verwurzelt

37 Prozent der weltweit befragten Anleger sind bereit, 2017 höhere Risiken einzugehen. Immerhin 8 Prozent wollen sogar deutlich höhere Risiken auf sich nehmen. In Deutschland sieht das Bild hingegen ganz anders aus. Hier sind lediglich 15 Prozent der Anleger bereit, das Risiko im Portfolio zu erhöhen. Nur 2 Prozent würden deutlich höhere Risiken eingehen.

„Interessant ist, dass die befragten Investoren in Deutschland trotz ihrer konservativen Herangehensweise am zufriedensten mit ihrer Geldanlage sind. Das zeigt, dass man sich hierzulande sehr bewusst für diese vorsichtige Haltung entscheidet“, glaubt Dahmann. Und das bestätigt auch die Studie: 78 Prozent der deutschen Anleger beschreiben sich als konservative oder etwas konservative Investoren.

Die im weltweiten Vergleich sehr hohe Risikoaversion der Deutschen scheint tief in der Mentalität verwurzelt. Denn in der globalen Finanzkrise wurzelt sie nicht, wie 46 Prozent der Befragten Investoren in Deutschland bestätigen. Sie sagen, die Auswirkungen der Finanzkrise würden ihre Spar- und Investitionsentscheidungen in keiner Weise mehr beeinflussen.