Umfrage Trump ist größtes Risiko für Weltwirtschaft

Donald Trump wirft Schatten voraus: Mehr als die Hälfte der Kunden der Prognose-Gesellschaft Oxford Economics gaben in einer Umfrage an, dass der designierte US-Präsident aus ihrer Sicht das größte Risiko für die Weltwirtschaft ist.

06.12.2016 - 15:3406.12.16 - 17:15
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Der zukünftige politische Kurs des designierten US-Präsidenten Donald Trump stellt „das größte Einzelrisiko für die Weltwirtschaft dar“, ergab eine Umfrage der Prognose-Gesellschaft Oxford Economics unter 180 Kunden, die zwischen dem 14. und 21. November durchgeführt wurde. Mehr als die Hälfte der Befragten sagte, die Wahrscheinlichkeit einer starken Abschwächung habe in den letzten drei Monaten zugenommen. 27 Prozent sind der Meinung, dass ein von Trump ausgelöster Handelskrieg das größte Risiko für die Weltwirtschaft in den nächsten zwei Jahren sei. 23 Prozent sehen in einem stärkeren Abschwung der chinesischen Wirtschaft das größte Risiko.

Trump wurde aber auch als die wahrscheinlichste Quelle eines rascheren Weltwirtschaftswachstums gesehen: 38 Prozent der von Oxford Economics befragten Kunden verwiesen auf seine geplanten fiskalpolitischen Anreize, die der US-Wirtschaft Aufwind geben könnten.

Trump hat China in seinem Wahlkampf oft gedroht, Zölle auf die Exporte des Landes zu verhängen. Vergangenen Sonntag kritisierte der Republikaner in Twitter-Mitteilungen die chinesische Regierung zudem wegen Devisenmanipulation, Hemmnissen für ausländische Wettbewerber und dem Streit um Inselgruppen im Südchinesischen Meer.

„Die Umfrageergebnisse zeigen eine ausgeprägte Veränderung beim Ausblick für die Weltwirtschaft. Da das Ausmaß der politischen Unsicherheit ungewöhnlich erhöht ist, ist die größte Risikoquelle für die Weltwirtschaft  sowohl nach oben als nach unten  jetzt zweifelsfrei der Kurs der US-Politik.”

Jamie Thompson, Leiter Makro-Szenarien bei Oxford Economics in London

Kursverluste durch geopolitische Krisen

Neben Trump und China nannten die von Oxford Economics befragten Finanzmarktteilnehmer geopolitische Spannungen im Iran, Russland, dem Nahen Osten und dem Südchinesischen Meer als größte Abwärtsrisiken für die nächsten zwei Jahre. Zudem sorgen sie sich vor dem Hintergrund möglicher Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) um Schwellenländer. Den zunehmenden Populismus in der Europäischen Union (EU), die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit sowie den starken Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise bewerten sie ebenfalls kritisch.

Die wichtigsten Katalysatoren für das Wachstum außer potenziellen fiskalpolitischen Anreizen in den USA  sind aus Sicht der Umfrageteilnehmer eine weltweit lockere Fiskalpolitik, eine Erholung der globalen Produktivität, eine Ankurbelung der Reformen in der EU durch den Brexit und ein stärkeres Wachstum im Euroraum, angeschoben von Deutschland. Die Weltwirtschaft werde 2016 um 3,1 Prozent und 2017 um 3,4 Prozent wachsen, wie aus dem jüngsten Wirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds von Anfang Oktober 2016 hervorgeht.

Oxford Die Umfrage zur globalen Risikoeinschätzung zu entnehmen, die zwischen dem 14. und 21. November unter 180 Kunden und Kontakten durchgeführt wurde.