Umfrage unter deutschen Anlegern „Persönliche Beratung schlägt Computer“

Kapitalanlage und Technik passt für viele deutsche Investoren immer noch nicht zusammen. Das ist eine der Kernaussagen der aktuellen Umfrage „Global Investor Survey“ des internationalen Vermögensverwalters Legg Mason.

07.08.2017 - 11:0207.08.17 - 11:55
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Blogger in einem Berliner Café: Finanz-Apps sind bei den Deutschen nicht besonders beliebt – nur 19 Prozent nutzen die Tools im Alltag
Blogger in einem Berliner Café: Finanz-Apps sind bei den Deutschen nicht besonders beliebt – nur 19 Prozent nutzen die Tools im Alltag© Pixabay

Ohne Technologie lebt sich’s besser – das sagt zumindest fast die Hälfte der deutschen Teilnehmer in der Umfrage „Global Investor Survey“ des US-Vermögensverwalters Legg Mason: Nur 53 Prozent nutzen demnach das Internet, um ihre persönlichen Finanzangelegenheiten zu regeln. Zum Vergleich: Weltweit sind es 59 Prozent.

Die Frage, ob Finanz-Apps zum Einsatz kommen, bejahen lediglich 19 Prozent der in Deutschland befragten Investoren. Im globalen Vergleich nutzen 35 Prozent der Anleger Finanz-Apps.

„Über die Jahre etablierte Verhaltensmuster ändern sich nur sehr langsam. Entsprechend vorsichtig öffnen sich Anleger in Deutschland gegenüber neuen Technologien. Die Kapitalanlage ist für Investoren nicht selten mit Vertrauen zum Berater verbunden. Daher halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass Menschen künftig ausschließlich über Computer oder Smartphone investieren“, kommentiert Klaus Dahmann, Niederlassungsleiter und Country Head Deutschland & Österreich bei Legg Mason, die Umfrageergebnisse.

Junge Deutsche mit hoher Technologieaversion

Die im weltweiten Vergleich hohe Technologieaversion der Deutschen ist tief in der Gesellschaft verwurzelt. Nicht einmal die zwischen den Jahren 1980 und 2000 geborenen Deutschen, die sogenannten Millennials, stehen technischen Fortschritten besonders offen gegenüber.

Grundsätzlich nutzen mit 57 Prozent zwar mehr Millennials das Internet, um Finanzangelegenheiten zu regeln, als die 49 Prozent in ihrer Elterngeneration (Baby-Boomer; geboren zwischen 1955 - 1965). Doch selbst in dieser jungen Generation liegen die Deutschen mit ihrer Technologie-Aufgeschlossenheit deutlich hinter dem weltweiten Durchschnitt. Im globalen Vergleich nutzen nämlich 65 Prozent der Millennials und 52 Prozent der Baby-Boomer das Internet.

63 Prozent der deutschen Millennials wenden sich überwiegend an Freunde und Familie, um Informationen über Spar- und Anlagemöglichkeiten zu erhalten. Weltweit verfolgen lediglich 51 Prozent der Anleger diese Strategie. Nur 16 Prozent der deutschen Millennials nutzen Online-Portale für Finanzgeschäfte – im globalen Durchschnitt sind es 23 Prozent.