Umfrage zur EZB-Politik Ökonomen erwarten im Juni keine weiteren Maßnahmen

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, hat in letzter Zeit schon viel getan, um die Inflation in der Eurozone anzuheizen. Ökonomen gehen deshalb davon aus, dass beim Ratstreffen in Wien am Donnerstag nicht viel passiert.

30.05.2016 - 15:4130.05.16 - 18:25
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„Die volkswirtschaftlichen Abteilungen der Zentralbanken des Eurosystems müssen bei dieser Runde an Prognosen alle einen Seufzer der Erleichterung von sich gegeben haben. Sie haben die seltene Gelegenheit, eine höhere Inflation in Aussicht zu stellen.”

Anatoli Annenkov, Ökonom bei Société Générale in London

Mario Draghi hat im Moment Zeit zum Durchatmen. Warum? Er hat fast eine Viertel Billion Euro ausgegeben um die Wirtschaft im Euroraum anzuheizen. Das Geld fällt auf fruchtbaren Boden, zumindest wenn es nach Ökonomen geht, die vom amerikanischen Nachrichtenportal Bloomberg befragt wurden.

Im März beschloss der EZB-Rat, sein Anleihe-Kaufprogramm von 60 Milliarden Euro monatlich auf 80 Milliarden Euro bis März 2017 auszudehnen. Eine Verlängerung der Käufe über diesen Zeitpunkt hinaus wird von 84 Prozent der von Bloomberg befragten Volkswirten für am wahrscheinlichsten betrachtet, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Eine erneute Senkung des Einlagensatzes erwarten 42 Prozent. Nur 16 Prozent glauben, dass die Zentralbank ihre quantitative Lockerung über den monatlichen Zielwert von Wertpapierkäufen im Volumen von derzeit 80 Milliarden Euro hinaus anheben wird.