US-Aktien USA-China-Konflikt wird den Rest des Jahres wesentlich beeinflussen

Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigten US-Zölle gegen China durchgesetzt werden, meint Nadia Grant, Head of US Equities bei Columbia Threadneedle. Angesichts der hohen Volatilität können sich Stockpicker derzeit einträgliche Jagdreviere aufschließen.

06.09.2018 - 16:5806.09.18 - 17:28
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Nadia Grant, Head of US-Equities bei Columbia Threadneedle: „Das Ertragswachstum in den USA liegt über dem historischen Durchschnitt und es sind keine Anzeichen in Sicht, dass der Zyklus sich seinem Ende nähert“
Nadia Grant, Head of US-Equities bei Columbia Threadneedle: „Das Ertragswachstum in den USA liegt über dem historischen Durchschnitt und es sind keine Anzeichen in Sicht, dass der Zyklus sich seinem Ende nähert“© Columbia Threadneedle

Auf dem US-Markt hat sich die Volatilität wieder verstärkt, mit zwei Korrekturen. Zuerst kam es im Februar zu einer Korrektur um 10 Prozent, die vor allem auf Inflationsängste wegen eines unerwartet hohen Anstiegs der durchschnittlichen Stundenverdienste zurückzuführen war. Der damit verbundene Anstieg der Volatilität löste einen systematischen Abverkauf aus, der wiederum bei auf Volatilität ausgerichteten Strategien zu Aktienverkäufen führte. Diese Daten zum Stundenverdienst wurden nicht durch weitere Daten untermauert. Im Anschluss begann Mitte Februar die Berichtssaison der Unternehmensergebnisse, die sehr erfreulich ausfiel – weswegen der Markt sich erholte.

Im März erfolgte dann die nächste Korrektur um 8 bis 9 Prozent. Diese fand während der Handelssperrzeit (Blackout Period) statt, die für Unternehmen kurz vor der Berichtssaison gilt, sodass die Handelsvolumina niedrig waren. Gleichzeitig begann die US-Regierung im Zuge des Handelskonflikts, Zölle in Höhe von zunächst 50 Milliarden US-Dollar anzukündigen. Dieser Anfall von Protektionismus kam unerwartet, weil wir auf einer Art Hoch in das Jahr gestartet waren und uns nun plötzlich mit einem protektionistischen US-Präsidenten konfrontiert sahen, was den Markt verunsicherte. Die Unternehmensgewinne lagen erneut deutlich über den Erwartungen, was Anlegern Vertrauen und Gewissheit vermittelte, und der Markt erholte sich.

Es war also in dem Sinne ein interessantes Jahr, dass das Forward-KGV des S&P auf Basis der prognostizierten Gewinne gesunken ist (von rund 18 auf ca. 16), gleichzeitig jedoch die Unternehmensgewinne positiv überraschten und sich weiterhin verbesserten. Die Volatilität ist zurückgekehrt, denn nicht nur die Fundamentaldaten der Unternehmen wirken sich aus, sondern auch die politische Rhetorik und sonstige Störfaktoren.

Größenordnung der Bewertungskorrektur überrascht