US-Geldpolitik Ende der Niedrigzins-Phase in Sicht

Die US-Währungshüter folgen dem im vergangenen Dezember eingeschlagenen Pfad: Fed-Chefin Janet Yellen erhöht die Leitzinsen weiter. Ein gutes Zeichen für die Finanzmärkte?

16.03.2017 - 10:0916.03.17 - 10:25
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Fed-Präsidentin Janet Yellen
Fed-Präsidentin Janet Yellen© Getty Images

Jetzt ist es raus: Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhöht die Leitzinsen um 0,25 Basispunkte auf 0,75 bis 1,0 Prozent. Damit folgt sie dem Pfad, den der Offenmarktausschusses (engl.: Federal Open Market Commitee, FOMC) vergangenen Dezember eingeschlagen hat.

Grund für die Entscheidung sind die guten US-Wirtschaftsdaten. Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,7 Prozent praktisch auf Vollbeschäftigungsniveau und die Inflationsrate steigt kontinuierlich. „Der Anstieg der Kerninflation auf 2,7 Prozent im Februar – den höchsten Wert seit fünf Jahren – gibt der Fed Anlass zur Sorge. Ihr Anliegen ist es, die Inflationserwartungen stabil zu halten“, meint Anthony Doyle, Chef des Anleihe-Teams von M&G Investments.

Martin Moryson, Chefvolkswirt bei Sal. Oppenheim, deutet den Fed-Zinsentscheid als positives Zeichen für die Märkte: „Die Wirtschaft läuft so gut, dass sie der Stimulierung durch Niedrigzinsen immer weniger bedarf. Es ist auch ein gutes Signal an die anderen Zentralbanken: Es gibt ein Ende der Niedrigzinspolitik; der Ausstieg kann gelingen“, kommentiert Martin Moryson, Chefvolkswirt bei Sal. Oppenheim, den Zinsschritt.

Donald Trump treibt die Preise

Die Inflationsrate in den USA werde schon allein der Ölpreisentwicklung wegen auf Werte von rund 3 Prozent steigen, so Moryson weiter. Hinzu komme, dass die von Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Politikmaßnahmen eine überwiegend preistreibende Auswirkung haben dürften. Die Notenbank ziele mit ihrer Geldpolitik auf eine stabile Preisentwicklung und einen möglichst hohen Beschäftigungsgrad, glaubt Moryson.

Die US-Währungshüter sahen davon ab, den Zeitplan für weitere Erhöhungen zu straffen. Sie erwarten weiterhin zwei zusätzliche Anstiege im laufenden Jahr. „Aller Voraussicht nach wird die Fed weiterhin vorsichtig agieren, um im Hinblick auf etwaige Kapitalmarktverwerfungen nichts zu riskieren“, erklären Strategen der Landesbank Baden-Württemberg nach der Entscheidung der Zentralbank.

US-Aktien und Treasuries haben am Mittwoch nach der Anhebung der Leitzinsen durch die Fed zugelegt, während der US-Dollar nachgab. Der WTI-Ölpreis konnte sich indes erholen und näherte sich wieder der Marke von 50 US-Dollar (47 Euro) je Fass.