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Lars Tranberg Rasmussen, Senior Analyst bei Danske Invest

US-Notenbankpolitik Warum die Fed eine Zinserhöhung im Juni nicht mehr ausschließt

Eine veränderte Tonlage der US-amerikanischen Zentralbank hat die Märkte überrascht und den Dollar gestärkt. Lars Tranberg Rasmussen, Senior Analyst von Danske Invest, erklärt, warum die Zinsen in den USA bald angehoben werden könnten.

24.05.2016 - 14:51 Uhr | in Märkte

Noch vor wenigen Tagen preisten die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa drei Prozent ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Juni die Zinsen erhöhen wird. Im Protokoll ihrer letzten Sitzung hat die Rhetorik der Zentralbank jedoch eine markante Wende vollzogen. Dabei haben der Markt und die Anleger überhaupt nicht damit gerechnet, dass die Fed im Juni eine Zinserhöhung in Erwägung ziehen könnte. Denn in letzter Zeit waren die Äußerungen der Notenbank sehr moderat – deshalb wurden die Anleger etwas auf dem falschen Fuß erwischt.

Inzwischen glauben Marktteilnehmer mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 bis 35 Prozent an eine Zinserhöhung im Juni. Das sind deutlich veränderte Erwartungen seit der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls am Mittwoch vergangener Woche. Die Tatsache, dass die Fed eventuell schon früher die Zinsen erhöhen wird als von Anlegern erwartet, hat die Geldmarktzinsen in der Folge in die Höhe getrieben und den US-Dollar gestärkt.

US-Wirtschaft auf Erholungskurs

Im Dezember erhöhte die US-Notenbank die Zinsen zum ersten Mal seit fast zehn Jahren. Seither war sie jedoch sehr zurückhaltend mit Andeutungen, dass die nächste Anhebung schon kurz bevorstehen könnte. Im letzten Sitzungsprotokoll verkündete die Fed nun jedoch, dass sie eine Zinserhöhung schon im Juni in Erwägung ziehen könnte. Unter folgenden drei Bedingungen: mit der US-Wirtschaft muss es erstens weiterhin aufwärts gehen, zweitens muss der Arbeitsmarkt seinen Erholungskurs fortsetzen und drittens muss die Inflation auf dem Weg in Richtung zwei Prozent sein.

Alle dieser drei Bedingungen werden aktuell erfüllt. Unser Wachstumsindikator deutet an, dass sich der Aufschwung seit Jahresbeginn beschleunigt hat. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird und das Wachstum in den USA in den kommenden Quartalen auf 2 bis 2,5 Prozent steigen wird.

Darüber hinaus erwarten wir, dass sich der Arbeitsmarkt noch weiter erholen und die Erwerbslosigkeit zurückgehen wird. Dieses Szenario kann zu einem beginnenden Engpass am Arbeitsmarkt führen, der einen steigenden Lohndruck zur Folge hätte. Deshalb sollte sich die Inflation allmählich dem Wert von zwei Prozent annähern.

Unserer Meinung nach, sind die von der Fed angegebenen Bedingungen in den von uns überwachten Daten somit gegeben und wir rechnen damit, dass dies in den kommenden Monaten noch stärker der Fall sein wird. Somit können wir eine Zinserhöhung im Juni nicht ausschließen.