US-Wahl So beeinflusst Trump die Finanzmärkte

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Donald Trump wird neuer US-Präsident – soweit so gut. Doch wie geht es nach seiner Wahl weiter an den Finanzmärkten? Und wie sollten sich Anleger verhalten? Experten von Standard Life haben sich mit diesen Fragen beschäftigt.

15.11.2016 - 10:2515.11.16 - 11:38
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Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten führt zu erheblichen Unsicherheiten in Hinblick auf die Regierungspolitik, die Wirtschaftstätigkeit und die Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Marktvolatilität ist in Reaktion auf das Wahlergebnis gestiegen und wird auch in den kommenden Wochen inmitten von Spekulationen über das politische Programm Trumps anhalten. Für Anleger ist es jetzt besonders wichtig, Überreaktionen zu vermeiden. Sie sollten mit Asset-Käufen und –Verkäufen auf jeden Fall warten, bis Trump seine politische Agenda final fixiert hat.

Weniger Steuern und Regularien

Trump und die Republikaner im Repräsentantenhaus haben umfangreiche Steuersenkungen und die Reformierung der Unternehmenssteuer in den Mittelpunkt ihrer Agenda gestellt. Trump hat darüber hinaus einen starken Anstieg der Infrastrukturausgaben befürwortet. Da die Republikaner auch im Senat die Mehrheit haben, ist eine Lockerung der Steuerpolitik ab Ende 2017 bis in das Jahr 2018 hinein wahrscheinlich. Gleichzeitig könnten die in Steuersachen konservativen Mitglieder des Kongresses in einigen anderen Bereichen der Ermessensausgaben ausgleichende Kürzungen anvisieren. Wahrscheinlich werden die Regularien in den Bereichen Finanzen, Energie, Telekommunikation und Gesundheitswesen gelockert.

Handelspolitik wird für US-Wirtschaft entscheidend sein

Die politische Agenda Trumps wird die US-Wirtschaft ankurbeln. Allerdings hat der designierte US-Präsident versprochen, die Einwanderungsrate in den USA zu senken. Diese Maßnahme könnte das Wirtschaftswachstum schwächen und gleichzeitig den Inflationsdruck erhöhen. Auch wenn Trump angekündigt hat, die Zölle auf mexikanische und chinesische Einfuhren erheblich zu erhöhen, halten es die Standard Life Experten für vorstellbar, dass er diese Ankündigung nicht umsetzt. Sie gehen eher davon aus, dass keine neuen Handelsabkommen zustande kommen und die neue Regierung stärker von den Durchsetzungsklauseln in den bestehenden Abkommen Gebrauch macht.

Prognose: US-Notenbank erhöht Zinsen erst 2017

Die US-Notenbank wird die Anhebung der Leitzinsen angesichts der politischen Unsicherheit wahrscheinlich bis 2017 hinauszögern. Sobald jedoch die Aufregung abebbt und klar ist, dass es mit einem Präsidenten Trump zu einer expansiveren Steuerpolitik kommen wird, dürfte die Fed damit beginnen, die Leitzinsen anzuheben. Und zwar in einem schnelleren Tempo, als es der Fall gewesen wäre, wenn die Obama-Politik beibehalten worden wäre.

Sollte Trump seinen protektionistischen Kurs realisieren, könnten die daraus resultierenden Nachteile für die Wirtschaftstätigkeit und die Unternehmensmargen die Vorteile von Steuererleichterungen aufheben. Dies würde dazu führen, dass die Fed für eine gewisse Zeit von einer Anhebung der Zinsen absieht. Bei besonders beunruhigenden Ergebnissen kann die Fed sogar eine Lockerung der Geldpolitik in Betracht ziehen. Die Auswirkungen auf die Inflation und die Lohnstückkosten sind ausschlaggebend dafür, wann und wie stark die Fed die Geldpolitik strafft.