US-Wahl So reagiert die Fondsbranche

Die USA haben gewählt: Donald Trump wird 45. Präsident der USA. Auch der Kongress dürfte in republikanischer Hand bleiben. Wie Experten aus dem Fondsgeschäft die Lage einschätzen, haben wir für Sie zusammengetragen.

09.11.2016 - 12:3009.11.16 - 16:39
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Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat die Märkte größtenteils überrascht. Dementsprechend reagieren auch die Experten der Fondsbranche sehr unterschiedlich. Einig sind sie sich jedoch in einem Punkt: Trump hat auf politischer Ebene eine weltweite Tragweite sondergleichen.

„Viele Investoren hatten gehofft, dass mit dem Ausgang der US-Wahl und einem Sieg Hillary Clintons ein Belastungsfaktor aus dem Markt weicht. Das Gegenteil ist eingetreten. Das Bild ist aber nicht eindeutig negativ, sondern schlicht unklar.“

Björn Jesch, Leiter Portfoliomanagement bei Union Investment

„Ein Sieg von Clinton war von vielen Investoren bereits eingepreist. Was die Präsidentschaft Trumps bedeuten wird, ist noch immer unklar - und die Märkte hassen Unsicherheit. Trumps Sieg ist ein weiteres Beispiel für eine Wahl gegen den Status Quo. Wie beim Referendum in Großbritannien haben viele Menschen gegen das Establishment gestimmt, da sie glauben, dass sie jahrelang ignoriert wurden. Das aktuelle niedrige Wachstum haben dieses Gefühl noch bestärkt. In den kommenden Wahlen und Referenden in Europa werden wir wahrscheinlich weitere Abstimmungen gegen das Establishment erleben. Daher bleibt das politische Risiko auf absehbare Zeit ein fester Bestandteil der Investment-Landschaft. Wenn wir auf die Märkte blicken, ist es jetzt Zeit, einen kühlen Kopf zu bewahren. Oft ist das beste Vorgehen, nicht in Panik zu geraten und abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Die Märkte werden sich rechtzeitig wieder beruhigen. Trump wird nicht vor Januar Präsident werden, und bis dahin wird deutlicher, wie seine Präsidentschaft aussehen wird.“

Martin Gilbert, Vorstand von Aberdeen Asset Management