Vereinbarte DrosselungOPEC-Staaten fördern weniger Öl als angekündigt

Nachdem sich die OPEC-Staaten vergangenen November nach langem Hin und Her auf Öl-Förderkürzung geeinigt haben, kamen weltweit Zweifel auf: Hält der Pakt, was er verspricht? Jetzt steht fest: Das Ölkartell drosselt die Fördermenge tatsächlich – dank einer Monarchie aus Vorderasien.

14.02.2017 - 12:20 Uhr14.02.17 12:20
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Öl-Arbeiter auf einer Plattform in Kuwait
Öl-Arbeiter auf einer Plattform in Kuwait© Getty Images

Das Jahr 2016 hätte für Ölhändler kaum schlechter beginnen können: Die Preise für schwarzes Gold fielen ins Bodenlose. Ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte Brent kostete im Januar nur noch etwa 30 US-Dollar (28 Euro). Zum Vergleich: Anfang 2014 lag der Preis noch bei mehr als 100 US-Dollar (94 Euro).

Grund für den Preisverfall: das weltweite Überangebot. Länder wie Saudi-Arabien und Russland überschwemmten die Märkte regelrecht mit Öl. Hinzu kam die intensive Förderung in den Vereinigten Staaten. Das amerikanische Fracking hat die globalen Energiemärkte vollkommen verändert. Denn damit sind die USA in wenigen Jahren vom größten Nachfrager selbst zum Produzenten geworden.

Um das Überangebot zu drosseln, hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) mit zahlreichen anderen Förderstaaten wie Russland bei einem Treffen in Wien vergangenen November eine Kürzung der Förderung beschlossen. Damit sollte dem Preisverfall, der einigen Staaten schwer zugesetzt hat, ein Ende gesetzt werden.

Konkret haben sich die Förderländer auf folgendes geeinigt: Die Ölförderung soll von Januar bis Juni 2017 um 1,8 Millionen Barrel pro Tag reduziert werden. Die OPEC, die insgesamt rund ein Drittel der globalen Ölproduktion verantwortet, soll allein 1,2 Millionen Barrel am Tag weniger fördern. Nachdem diese Vereinbarung publik wurde, kamen in Expertenkreisen Zweifel an dem Willen der Öl-Förderländer auf, sich auch daran zu halten. In der Vergangenheit wurde eben schon viel getrickst, hieß es.

OPEC erreicht ihre Ziele – Öl-Fördermenge sinkt drastisch

Jetzt zeigt sich: Der Deal ist erfolgreich. Laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) haben die OPEC-Staaten die vereinbarte Kürzung im Januar zu 90 Prozent erreicht. Dieser schnelle Erfolg ist aus Sicht von IEA-Experten dem OPEC-Gründungsmitglied Saudi-Arabien zu verdanken. Das Land habe seine Förderungsquote stärker als vereinbart gesenkt.

Das wirkt sich unmittelbar auf die Ölpreise aus: Aktuell kostet ein Barrel der Sorte Brent 53 US-Dollar (50 Euro). Vor dem Opec-Deal rangierte der Preis noch bei 45 US-Dollar (42 Euro) pro Barrel. Aus Sicht der IEA-Experten ist jedoch nicht nur das rasche Handeln der OPEC-Staaten für den Preisanstieg ausschlaggebend. Ölförderern spiele auch die weltweit gestiegene Nachfrage in die Hände. Das helfe den OPEC-Staaten, Angebot und Nachfrage auszugleichen und die Preise rasch zu stabilisieren. Dennoch: Von den einstigen Höchstpreisen um die 100 US-Dollar (94 Euro) pro Barrel ist der Markt noch weit entfernt.

Die OPEC (englisch: Organization of the Petroleum Exporting Countries) ist eine 1960 in Bagdad gegründete internationale Organisation. Seit 1965 hat das Kartell seinen Sitz in Wien. Die ursprünglichen Mitglieder waren Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela. Später schlossen sich weitere sieben Staaten an: Katar (1961), Indonesien, Libyen (1962), die Vereinigten Arabischen Emirate (1967), Algerien (1969), Nigeria (1971) und Angola (2007). Ecuador war von 1973 bis 1992 Mitglied und Gabun von 1975 bis 1992. Am 17. November 2007 kehrte Ecuador nach 15-jähriger Pause in die Organisation zurück. Gabun trat ebenfalls am 1. Juli 2016 wieder bei. Indonesien trat im Januar 2009 aus, wurde aber im Dezember 2015 wieder aufgenommen und trat im Dezember 2016 erneut aus.