Aktien und Anleihen Vier langfristige Trends am asiatischen Markt

Steigende Einkommen und eine wachsende Bevölkerung rücken Asien in den Fokus vieler Anleger. Welche weiteren entscheidenden Faktoren stärken die asiatischen Volkswirtschaften? Dazu Geoffrey Wong, Chefanleger Schwellenmärkte und Experte für asiatische Aktien bei UBS Asset Management.

15.07.2021 - 15:3515.07.21 - 15:36
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Über den Dächern von Singapur
Über den Dächern von Singapur: Insbesondere der asiatische Small-Cap-Bereich kann Anlegern lukrative Chancen bieten© IMAGO / robertharding

Der Blick auf asiatische Unternehmen zeigt: „Sie sind durch die Bank gesund, werden nicht von Überkapazitäten geplagt und der Anteil der liquiden Mittel am Betriebsvermögen ist auf einem historischen Hoch“, sagt Geoffrey Wong, Chefanleger Schwellenmärkte und Experte für asiatische Aktien bei UBS Asset Management. Die Verschuldung hingegen bewegt sich nahe einem historischen Tiefstand.

Eine steilere US-Renditekurve könnte hilfreich für Asien sein

In letzter Zeit gab es angesichts steigender Anleiherenditen in den USA Befürchtungen, dass der Aufschwung an den globalen Aktienmärkten in Gefahr geraten könnte. Historisch gesehen besteht jedoch eine eher lockere Korrelation zwischen Aktienindizes und der US-Zinskurve. „Unserer Meinung nach ist die steiler werdende Renditekurve ein Signal für ein stärkeres US-Wirtschaftswachstum, was sich generell positiv auf asiatische Aktien auswirken sollte. Wir sind daher nicht übermäßig besorgt über steigende Zinsen am langen Ende der Zinskurve“, sagt Wong.

Säkulare Wachstumstreiber sind der Schlüssel für langfristigen Anlageerfolg

Die Fundamentaldaten der Unternehmen in Asien werden von einer Reihe säkularer Wachstumstreiber geprägt, darunter:

Veränderte Konsummuster: Weil viele Verbraucher immer wohlhabender werden, verschiebt sich das Konsumverhalten von einfachen Handels- hin zu Premiummarken.

E-Commerce: Die digitale Transformation beschleunigt sich, die E-Commerce-Durchdringung nimmt zu. „Einige asiatische Länder wie Indien und Indonesien weisen noch eine geringe Durchdringung auf, aber wir erwarten, dass sie aufholen werden“, so Wong.

Innovation: Asiatische Unternehmen sind innovativ. Sie meldeten im Jahr 2020 mehr Patente an und geben mehr für Forschung und Entwicklung aus als die Unternehmen in den USA und Europa zusammen.

Wachstum der Finanzdienstleistungen: Wenn sich die asiatischen Volkswirtschaften entwickeln, werden die Kreditmärkte wahrscheinlich schneller wachsen als das Bruttoinlandsprodukt. Das eröffnet den Banken die Möglichkeit, Marktanteile zu erobern.

Asiatische Small Caps bieten Chancen

„Mit Blick auf Asien glauben wir, dass insbesondere der Small-Cap-Bereich Anlegern lukrative Chancen bieten kann“, meint Wong. Dafür sprechen vier spezifische Gründe:

Höhere Alpha-Chance: Da viele Analysten asiatische Small- und Mid-Cap-Unternehmen nur unzureichend im Blick haben, ergeben sich mehr Möglichkeiten für Anleger, eine Outperformance zu erzielen, indem sie Wissensineffizienzen ausnutzen.

Höheres Wachstum: „Wir sind der Meinung, dass Anleger durch Investments in kleineren Unternehmen frühzeitig in strukturelle Themen investieren und von einer längeren Wachstumsphase profitieren können“, erlläutert Wong.

Diversifikation: Das asiatische Small-Cap-Universum ist größer und diversifizierter als das Large-Cap-Universum und bietet somit wertvolle Diversifikationsvorteile.

Besserer Fokus: Large-Cap-Unternehmen neigen dazu, verschiedene Geschäftsbereiche zu bedienen, während Small-Cap-Unternehmen stärker auf bestimmte Bereiche fokussiert sind.

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