Vincent McEntegart über alternative Anlagen„Immobilienaktien werfen stabilere Renditen ab als normale Aktien“

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Immobilien und Infrastruktur-Anlagen sind in Multi-Asset-Fonds wichtige Standbeine, die Schwankungen an Aktien- und Anleihemärkten ausgleichen. Doch wie genau legen Fondsmanager eigentlich in den Asset-Klassen an? Wo sind die besten Standorte? Vincent McEntegart, Fondsmanager des Kames Global Diversified Income Fund, gibt im Interview einen Überblick.

27.02.2017 - 16:39 Uhr27.02.17 16:39
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Einkaufszentrum „Galeria Korona“ in Kielce, Polen. Vincent McEntegart, Fondsmanager des Kames Global Diversified Income Fund, investiert gerne in Gewerbeimmobilien
Einkaufszentrum „Galeria Korona“ in Kielce, Polen. Vincent McEntegart, Fondsmanager des Kames Global Diversified Income Fund, investiert gerne in Gewerbeimmobilien© Pixabay

der fonds: Immobilien spielen im Kames Global Diversified Income Fund eine wichtige Rolle. Wie und wo investieren Sie?

Vincent McEntegart: Wir kaufen Anteile börsennotierter Immobilienunternehmen, sogenannte Immobilienaktien. Im Moment investieren wir in zwei Unternehmen aus Südafrika, fünf aus Singapur, drei aus Kontinentaleuropa, zwei aus dem Vereinigten Königreich, acht aus den USA, und eines aus Japan.

Südafrika ist eher ein exotischer Standort.

McEntegart: Ja, wir mussten eine Alternative zu mexikanischen Titeln finden. Die dortige Wirtschaft könnte durch die Politik Donald Trumps geschädigt werden.

Welche Geschäftsmodelle verfolgen die Immobiliengesellschaften, in die Sie investieren?

McEntegart: Manche Immobilienunternehmen planen und bauen Immobilien. Das ist langfristig ein riskantes Geschäft. Bis die Projekte endlich Gewinne abwerfen, kann viel Zeit vergehen. Wir kaufen deshalb nur Aktien von Unternehmen, die bereits fertige Objekte besitzen und regelmäßige Mietzuflüsse nachweisen können. Dazu zählen Fabriken genauso wie Shopping Center und Hotels. Das Spektrum ist breit.

In Bilanzen von Immobiliengesellschaften sind aber auch Ausgaben vermerkt.

McEntegart: Natürlich. Kosten entstehen besonders durch die Instandhaltung der Objekte. Der Erfolg hängt generell stark von der allgemeinen Wirtschaftslage ab. Das gilt aber für alle Unternehmen. Jedes Investment ist mit Risiken verbunden.

Was unterscheidet Immobilienaktien generell von anderen Aktien?

McEntegart: Analysten ordnen Finanzanlagen gerne in die zwei Kategorien Aktien und Anleihen ein. Das Spektrum ist aber breiter. Es gibt Immobilienaktien, die sich sehr von normalen Aktien unterscheiden, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass sie nicht so volatil sind.

Warum?

McEntegart: In der Regel sind die Geschäftsmodelle von Immobilienfirmen stabiler, da ihre Objekte physisch vorhanden sind. Das heißt nicht, dass die Aktienkurse am Immobilienmarkt nicht steigen und sinken. Kursschwankungen bieten uns auch hier günstige Einstiegsmöglichkeiten. 2016 sind einige Immobilienaktien um bis zu 15 Prozent gefallen. Solche Gelegenheiten nutzen wir bei Kames Capital gerne und tragen zum Erfolg unseres Fonds bei. Spekulative Investments kommen aber nicht infrage. Die Unternehmen, in die wir investieren, stehen auf stabilen Pfeilern. Das gilt übrigens nicht nur für börsennotierte Immobilienfirmen, sondern für alle Investments. Wir haben nur Titel im Portfolio, die seit langer Zeit stabile Dividenden abwerfen.