von Wallwitz zum Ausblick für 2016„Wir bevorzugen Schumpeter-Aktien“

Gute Multi Asset Fonds nehmen Anlegern die komplizierte Verteilung des Vermögens über diverse Anlageklassen ab. Die aktuell große Nachfrage liegt daran, dass Asset Manager erstmals lösungsorientierte Produkte anstatt Trendprodukte anbieten können. Georg Graf von Wallwitz, Fondsmanager der Phaidros Funds zu den Aussichten der Anlageklassen in 2016.

21.12.2015 - 11:50 Uhr21.12.15 11:50
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Georg Graf von Wallwitz
Georg Graf von Wallwitz© Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH

In der regionalen Betrachtung der Aktienmärkte überzeugt uns besonders Europa im Hinblick auf das kommende Jahr. Für diese Region spricht die nach wie vor lockere Zentralbankpolitik. Das Quantitative-Easing-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde im Dezember nochmals deutlich ausgeweitet. Auch wenn die Märkte angesichts ihrer enormen Erwartungen kurzfristig enttäuscht auf das Ergebnis reagierten, sind die Maßnahmen beträchtlich und tiefgreifend, sodass sich die europäische Geldpolitik langfristig positiv auf heimische Aktien auswirken sollte.

Niedrige Rohstoffpreise Bonus für Europa

Eine Konsequenz daraus ist, dass der Euro tendenziell nach wie vor schwach bleiben sollte, was insbesondere für die europäische Exportwirtschaft von Bedeutung ist. Was die Gewinnentwicklung betrifft, besteht bei europäischen Unternehmen – gerade im Vergleich zu ihren amerikanischen Pendants – insgesamt und speziell in der Peripherie noch Aufholpotenzial.

Das anhaltend niedrige Niveau bei den Rohstoffpreisen sehen wir im Gegensatz zu ausgewählten Schwellenländern für Europa ebenfalls eher als Bonus denn als Malus, da gerade europäische Industrieunternehmen durch niedrigere Inputkosten zusätzlichen Rückenwind für ihr Gewinnwachstum erhalten. Die Bewertung in Europa ist außerdem nach wie vor moderat – gerade im Vergleich zu US-Aktien.

Holprige Anleihemärkte

Im Vergleich zu den Aktienmärkten war der Rentenmarkt in diesem Jahr bereits holprig und stellt auch in Zukunft eine große Herausforderung dar. Staatsanleihen bieten schon seit längerem keine adäquate Kompensation für ihr Risiko an und können höchstens nur noch als Hedge in schwierigen Zeiten dienen. Für langfristig orientierte Investoren macht eine Rendite von 50 bis 60 Basispunkten für zehnjährige Staatsanleihen keinen Sinn. Wir haben daher bereits im Frühjahr unsere letzten Bestände an Staatspapieren verkauft.