Wachtendorf-Kolumne Nessie und die Multi-Asset-Fonds

Qualität kostet, völlig klar. Trotzdem ist „Gut und günstig“ eine bei Investmentfonds deutlich häufiger anzutreffende Konstellation als „Gut und teuer“. DER-FONDS-Chefredakteur Egon Wachtendorf zeigt auf, was das für die in Deutschland immer mehr an Beliebtheit gewinnende Kategorie Multi-Asset bedeutet.

02.09.2016 - 09:0102.09.16 - 09:28
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Egon Wachtendorf, Chefredakteur DER FONDS
Egon Wachtendorf, Chefredakteur DER FONDS

Gebühren sind bei Investmentfonds ein Dauer-Thema – zu Recht. Wer nachvollziehen will, wie sie langfristig an der Performance knabbern, muss sich nur einmal die unterschiedlichen Varianten eines prominenten Klassikers ansehen. Der nur handverlesenen Investoren zugängliche Flossbach von Storch Multiple Opportunities F erzielte seit der Auflegung im Oktober 2007 einen Wertzuwachs von 162,7 Prozent (Stichtag: 18. August).

Der zeitgleich mit einer deutlich teureren Gebührenstruktur gestartete Flossbach von Storch Multiple Opportunities R für Privatanleger kommt nur auf 135,6 Prozent. Das macht bei einer Einmalanlage von 10.000 Euro einen Unterschied von 2.710 Euro. Haben oder nicht haben.

Natürlich, auch Privatanleger haben bei einer Rendite von 10,2 Prozent in derart turbulenten Zeiten wenig Anlass, mit der Netto-Ausbeute dieses Ausnahme-Fonds unzufrieden zu sein. Selbst wer beim Kauf den vollen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent bezahlt hat, kommt am Ende immer noch auf eine Rendite von 9,6 Prozent. Das ist mehr als achtbar.

Der Begriff „Ausnahme-Fonds“ signalisiert jedoch bereits, wo das Problem liegt: Derartige Ergebnisse sind nicht die Regel. Und für die Masse der in Deutschland angebotenen Investmentfonds dürfte gelten, was unlängst die US-amerikanische Ratingagentur Morningstar in einer Studie für ihr Heimatland ans Tageslicht brachte.

Demzufolge haben 54 Prozent aller Mischfonds, die von der Kostenbelastung zum günstigsten Fünftel ihrer Kategorie gehören, zwischen 2011 und 2015 ihren Vergleichsindex geschlagen. Aus dem teuersten Fünftel dieser Kategorie schafften das nur 24 Prozent. Bei Aktien- und Rentenfonds sprechen die Zahlen bei einer Gegenüberstellung von „Gut und günstig“ und „Schlecht und teuer“ sogar eine noch deutlichere Sprache.

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