Warnung an Donald TrumpGrößte US-Gläubiger stoßen Staatsanleihen ab

Keine Frage: Donald Trumps ständiges Säbelrasseln verunsichert Anleger weltweit. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg verkaufen sie jetzt sogar im großen Stil US-Staatsanleihen.

14.02.2017 - 12:03 Uhr14.02.17 12:03
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Ausverkauf in einem New Yorker Kaufhaus: Ausländische Anleger trennen sich von US-Staatsanleihen
Ausverkauf in einem New Yorker Kaufhaus: Ausländische Anleger trennen sich von US-Staatsanleihen© Getty Images

Seit Donald Trump US-Präsident ist, denken Investoren plötzlich zweimal darüber nach, ob sie die US-Regierung finanzieren sollen. In Japan, wo die größten Bestände an US-Staatsanleihen (Treasuries) gehalten werden, haben Investoren im vergangenen Dezember die Wertpapiere so stark abgestoßen wie seit fast vier Jahren nicht.

Insgesamt verkauften sie Schuldscheine im Wert von 21,3 Milliarden US-Dollar (20 Milliarden Euro). Besonders auffällig ist, dass die Verkäufe in einer Zeit anhalten, in der Auslandsanlagen selten so attraktiv waren. Und es sind nicht nur die Japaner. Überall auf der Welt verkaufen Ausländer US-Staatsanleihen.

Von Tokio über Peking bis London herrscht Konsens: nur wenige Investoren wollen derzeit in den US-Treasury-Markt mit einem Volumen von 13,9 Billionen US-Dollar (13,1 Billionen Euro) einsteigen. Ob es die Aussichten auf höhere Defizite und höhere Inflation unter Präsident Donald Trump sind oder höhere Zinsen der US-Notenbank Federal Reserve – der sicherste Anleihemarkt der Welt scheint trotz dem Renditeanstieg im vergangenen November plötzlich nicht mehr vertrauenswürdig zu sein. Gut möglich, dass Trumps ständiges Säbelrasseln Investoren verunsichert.

Rendite von US-Staatsanleihen steigt

Dass Ausländer US-Staatsanleihen komplett abstoßen werden, ist indes unwahrscheinlich. Aktuell halten sie immer noch 5,94 Billionen US-Dollar (5,6 Billionen Euro) an Treasuries. Das entspricht rund 43 Prozent des gesamten Marktes. Zum Vergleich: 2008 waren es noch 56 Prozent.

Zuletzt hat steigende Nachfrage am US-Heimatmarkt die Verkäufe von Ausländern kompensiert. Dennoch könnte eine beständig niedrigere ausländische Nachfrage nach Treasuries anhaltende Konsequenzen für die Fähigkeit der USA haben, sich billig zu refinanzieren insbesondere unter dem Eindruck der ambitionierten Pläne Trumps, die Infrastrukturausgaben zu erhöhen, die Steuern zu senken und "America First" zu propagieren. Der US-Präsident hat Japan, China und auch Deutschland an den Pranger gestellt und wirft ihnen vor, ihre Währungen abzuwerten, um im Handel Wettbewerbsvorteile zu gewinnen.

Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ist vergangenen Dezember auf 2,64 Prozent gestiegen. Zum Jahresanfang ist sie wieder gesunken und seitdem praktisch unverändert. Am vergangenen Montag stieg die Rendite um 1,4 Basispunkte auf 2,42 Prozent.