Umweltschutz im Ozean Warum Mangrovenwälder unverzichtbar sind

Mangroven beherbergen eine Vielzahl von Meerestieren, speichern riesige Mengen an Kohlenstoff, sichern die Lebensgrundlagen von Küstengemeinden und bieten Schutz vor extremen Wetterereignissen wie Überschwemmungen, Stürmen und Fluten. Warum gehen jährlich Millionen Hektar verloren?

Mangrovenwälder in Indien
Mangrovenwälder in Indien: Ein Hektar hat einen wirtschaftlichen Wert von bis zu 55.000 US-Dollar pro Jahr© IMAGO / Indiapicture

Mangroven verschwinden in immer schnellerem Tempo. Zwar bedecken sie weniger als 1 Prozent Erdoberfläche, sind aber für Mensch und Tier enorm wichtig – und in Gefahr. In einigen Gebieten des westlichen Indischen Ozeans – zusammen mit Südostasien einer der beiden wichtigsten globalen Mangroven-Hotspots – sind bereits mehr als 80 Prozent der Mangroven verloren gegangen.

Die Vereinten Nationen (UN) haben zur Wiederherstellung von Ökosystemen aufgerufen und drei Aspekte aufgelistet, warum Mangrovenwälder nicht zu vernachlässigen sind, wenn es um den Umweltschutz geht.

  1. Die Bedeutung von Mangroven

Nur mit gesunden Ökosystemen lassen sich die Lebensgrundlagen weltweit verbessern, der Klimawandel bekämpfen und das Schwinden der Artenvielfalt aufhalten.

Forschungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zeigen, dass Mangroven-Ökosysteme der globalen und lokalen Wirtschaft helfen. Sie sind wichtig für die Fischerei, bieten Nahrung und schützen Küstengemeinden vor Stürmen, Tsunamis, steigendem Meeresspiegel und Erosion. Jeder Hektar Mangrovenwald hat damit einen wirtschaftlichen Wert von 33.000 bis 57.000 US-Dollar pro Jahr. 

Da der Welt ein Temperaturanstieg von mehr als 3 Grad Celsius in diesem Jahrhundert droht, sind Mangroven auch ein unschätzbarer Verbündeter im Wettlauf mit dem Klimawandel. Sie entziehen der Atmosphäre bis zu fünfmal mehr Kohlenstoff als Wälder an Land.

  1. Plastikverschmutzung gefährdet das Ökosystem

Die Küsten, an denen 40 Prozent der Weltbevölkerung leben, gehören zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde. Die konsequente Abholzung der Mangrovenwälder, um Platz für Gebäude und die Fisch- und Garnelenzucht zu schaffen, ist einer der Hauptgründe für ihren Rückgang. Weltweit hat das zum Verlust von 20 Prozent geführt.

Ebenfalls eine Belastung ist der Plastikmüll in den Meeren: Immer mehr Müll bedeckt die Wurzeln und Sedimentschichten, was dem Ökosystem schadet.

  1. Erholen lassen oder Aufforsten

Bevor Mangroven neu gepflanzt werden können, ist es wichtig, die Ursachen für das Verschwinden zu verstehen. Denn sind diese behoben, können sich Mangroven auf natürliche Weise erholen.

Wenn die Wiederherstellung des Ökosystems allerdings das Eingreifen des Menschen erfordert, müssen bestimmte Aspekte beachtet werden. Dazu gehört die Einbeziehung der lokalen Gemeinden, die Auswahl einheimischer Setzlinge und die Einrichtung einer funktionierenden Baumschule.

In den Schutz der Meere investieren

Insgesamt rückt die ökologische und ökonomische Bedeutung der Ozeane immer stärker ins öffentliche Bewusstsein. Mit dem Konzept der blauen Wirtschaft sollen die Weltmeere geschützt und wirtschaftliche Rentabilität mit ökologischer sowie sozialer Nachhaltigkeit verbunden werden. Was es damit genau auf sich hat und wie Anleger teilhaben können, kannst du in unserem Artikel „Im Ozean schlummert nachhaltiges Renditepotenzial nachlesen.

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