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Size-Effekt Was bei Investments in kleinere Unternehmen zu beachten ist

Klassische Size-Strategien liefen in den vergangenen Jahren schwächer als der globale Aktienmarkt. Woran das liegt und wie mit kleineren Unternehmen attraktive Renditen erwirtschaftet werden können, erklären Daniel Jakubowski und Ulrich Wessels von Asset Manager Assenagon.

31.05.2021 - 17:04 Uhr | in News

Kleinere Unternehmen sollte eigentlich höhere Renditen aufweisen als größere – diese Idee gibt es bereits seit Jahrzehnten. In der Praxis bringen kleine Unternehmen Investoren allerdings nicht immer Glück. Einige Akademiker und Investoren haben den sogenannten Size-Effekt deshalb bereits für tot erklärt. Tatsächlich besteht eine hohe Diskrepanz zwischen Ergebnissen historischer Analysen und der aktuellen Performance von Size-Strategien.

Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Size-Prämie anhand der Wertentwicklung eines globalen Size-Index gegenüber dem weltweiten Aktienmarkt. Über den gesamten Zeitraum der vergangenen 20 Jahre konnte sich der Size-Index mit einer Outperformance von 2 Pro­zent pro Jahr deutlich absetzen. In den vergangenen drei Jahren ist allerdings eine deutliche Schwäche der Size-Prämie zu erkennen, die Investoren entsprechender Fonds Einbußen bescherte. Die Gründe für die Underperformance liegen unter ande­rem in der Dominanz großer Tech­nologie-Aktien gesucht, die in dieser Phase enormen Auf­trieb hatten.

Abb. 1: Wertentwicklung Size-Index vs. globaler Aktienmarkt

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Nichtsdestotrotz hat das Thema Größe im Zuge der konjunkturellen Erholung wieder an Aufmerksamkeit gewon­nen. Denn: Es gibt gute Gründe, weshalb kleinere Unternehmen langfristig eine Outperformance erwirtschaften können. So haben kleine Unternehmen in der Regel ein weniger diversifiziertes Ge­schäftsmodell. Zum anderen sind sie illiqui­der. Aufgrund der höheren Risiken erwarten Anleger auch höhere Renditeaussichten.

Die Faktorausprägungen in Abbildung 2 spiegeln die für kleinere Unternehmen typischen erhöhten Ausfallrisiken wider, welche maßgeblichen Einfluss auf die Performance haben. Der eingangs abgebildete Size-Index weist erwartungsgemäß mehr kleinere Unternehmen auf. Allerdings geht dies einher mit unerwünschten Aspekten wie unterdurchschnitt­licher Profitabilität, erhöhter Verschuldung und einer daraus resultie­renden höheren Volatilität. Kurzum: Ein einfaches Investment in klei­nere Unternehmen ist durchaus risikobehaftet.

Abb. 2: Faktor-Ausprägungen des Size-Index vs. globaler Aktienmarkt

                                Quelle: Assenagon, Bloomberg

Abseits der Faktor-Ausprägungen zeigt auch die Sektorallokation deutliche Abweichungen zum globalen Aktienmarkt. Denn durch die Marktentwicklungen in den vergangenen Jahren konzentrieren sich größere Unternehmen vor allem in bestimmten Sektoren. Wie in Tabelle 1 zu sehen, ist der Size-Index in den Sektoren Techno­logie und Gesundheit relativ zum globalen Aktienmarkt unterge­wichtet. Demgegenüber steht eine Übergewichtung in den Sektoren Industrie sowie Grund­stoffe.

Tab. 1: Sektorgewichte im Vergleich

                                   Quelle: Assenagon, Bloomberg

Die vergan­genen Jahre zeichneten sich zwar durch eine be­sonders schwache Size-Phase aus, allerdings lag eine entsprechende Strategie lediglich leicht hinter dem breiten Markt. Über den gesamten Zyklus hinweg werden Investoren dabei für das höhere Risiko­profil vergütet. Denn letzten Endes wiesen kleinere Unternehmen auch überdurchschnittliche Wachstumschancen auf, was sich nicht zuletzt im Zuge der konjunkturellen Erho­lung der vergangenen Monate in einer deutlichen Outperformance widerspiegelt.

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