DWS-Prognose Was kostet es, die Welt zu retten?

Ist das 1,5-Grad-Ziel überhaupt noch zu erreichen? Ja, meinen die Experten der DWS. Damit das gelingen kann, müssen allerdings sowohl der private als auch der öffentliche Sektor viel Geld in die Hand nehmen – deutlich mehr als bisher.

17.11.2021 - 13:1517.11.21 - 13:28
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Ausgetrocknetes Flussbett in Afrika
Ausgetrocknetes Flussbett in Afrika: Der Klimawandel ist bereits in vollem Gange© Imago Images / agefotostock

Um das im Pariser Klimaabkommen festgeschriebene 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, bedarf es großer Investitionen. Wie hoch diese genau sein müssen, ist schwer vorherzusagen. Die DWS wagt dennoch eine Prognose: 2019 und 2020 lagen die Investitionen in den Klimaschutz ihren Angaben zufolge im Schnitt bei 632 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 müssten sie um das Fünf- bis Sechsfache auf mehr als 4 Billionen US-Dollar pro Jahr steigen, damit das ambitionierte Ziel noch erreicht werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt die DWS auf Grundlage von Zahlen der Climate Policy Initiative (CPI).

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UN-Generalsekretär António Guterres warnte bereits, dass es eine „Illusion“ sei zu glauben, dass die bisherigen Zusagen ausreichend seien. Obwohl diese in den vergangenen Jahren erweitert wurden und auf der 26. UN-Klimakonferenz (COP26) weitere Initiativen angekündigt wurden.

Knapp die Hälfte der bis 2050 erforderlichen Emissionssenkungen wird mithilfe von Technologien realisiert werden müssen, die es derzeit nur auf dem Papier oder als Prototypen gibt. Doch es geht nicht nur um die Begrenzung zukünftiger Emissionen. Da der Klimawandel bereits in vollem Gange ist, werden auch Investitionen zur unmittelbaren Schadensbegrenzung nötig: Die Investitionen für die Anpassung an physische Klima-Auswirkungen wie Überschwemmungen beliefen sich im vergangenen Jahr auf lediglich 46 Milliarden US-Dollar. Notwendig wären mindestens fünf- bis zehnmal höhere Investitionen.

Unternehmen stehen in der Verantwortung

Was die Kapitalquellen betrifft, so spielen börsennotierte Unternehmen eine Schlüsselrolle. Die US-Bank Goldman Sachs schätzt, dass ein Drittel der zusätzlichen grünen Investitionen von bestehenden börsennotierten Unternehmen kommen könnte, wenn man ihre Bilanz und ihre Mittelgenerierung betrachtet. Das mag zwar wie eine zusätzliche Belastung für jene Unternehmen klingen, ist aber alles andere als das. Denn viele umweltfreundliche Projekte haben nicht nur eine positive Kapitalrendite. „Wir glauben sogar, dass Unternehmen mit einem hohen oder wachsenden Anteil umweltfreundlicher Einnahmen, Forschungsausgaben oder Investitionen sowohl an der Börse besser als ihre Konkurrenten abschneiden als auch von niedrigeren Fremdkapitalkosten profitieren sollten“, erklären die Experten der DWS.

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