Blockchain-Podcast, Teil 4 „Was, wenn Bitcoin die grünste Industrie überhaupt ist?“

Die Blockchain gilt als wenig nachhaltig, insbesondere der hohe Stromverbrauch sorgt für Kritik. Viele der Argumente sind jedoch aus der Luft gegriffen oder nicht zu Ende gedacht, erklären Michael Geike, Max Lautenschläger, Max Heinzle und Henning Wagner im vierten Part unserer Blockchain-Serie.

07.10.2021 - 09:0507.10.21 - 09:06
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Stilisierte Bitcoin-Münze im Grünen
Stilisierte Bitcoin-Münze im Grünen: Der Strommix für das Mining der Kryptowährung besteht zu 56 Prozent aus erneuerbaren Energien© IMAGO / Christian Ohde

Wie ist der Strombedarf von Kryptowährungen und der Blockchain zu bewerten? Diese Frage sorgte bei unserem Krypto-Roundtable für hitzige Diskussionen. „Wenn wir über den Energieverbrauch beispielsweise vom Bitcoin sprechen, dann sollte man ebenfalls die Alternative dazu betrachten, also unser Bankensystem“, erklärt Max Lautenschläger, Mitgründer und Geschäftsführer der Iconic Holding. Der Bitcoin mag zwar viel Strom verbrauchen, doch die Alternative benötige deutlich mehr Energie. Er sagt aber auch: „Doch es ist nicht etwas gleich besser, weil die andere Wahlmöglichkeit schlechter ist.“

„Was, wenn Bitcoin die grünste Industrie ist, die wir bis dato überhaupt haben?“, stellt Max Heinzle, Gründer und CEO der 21.finance AG, zur Diskussion. Er beruft sich dabei auf einen Bericht des Forbes-Magazins, laut dem der Strommix für das Bitcoin-Mining, also den energieintensiven Prozess der Erstellung neuer Bitcoins, zu 56 Prozent aus erneuerbaren Energien besteht. Im Strommix der USA seien dagegen lediglich 30 Prozent an sauberer Energie enthalten. „Von daher braucht es einfach noch mehr Aufklärung“, betont Heinzle. Da sei auch die Community in der Pflicht, unterstreicht Lautenschläger und weist darauf hin, dass der Bitcoin als dezentrales Zahlungssystem schließlich keine Presseabteilung habe.

Henning Wagner weist indes auf die hohe Dynamik der Technologie hin: „Der massive Vorteil der Blockchain ist, dass es sich hierbei um eine Software handelt. Sie ist programmiert und damit flexibel. Sie kann jederzeit verbessert werden“, so der CTO der FINEXITY AG.

Michael Geike, Vorstand der Advanced Blockchain AG, bringt wiederum einen anderen Nachhaltigkeitsaspekt in die Diskussion ein: „Viele der Bitcoin-Miner tummeln sich in China. Doch in Sachen ESG hat das Reich der Mitte noch einiges an Aufholpotenzial zu bieten – vor allem in Bezug auf Menschenrechte.“ Was die anderen Experten zu diesem Thema sagen, erfährst du im vierten Teil unserer Podcast-Serie. Jetzt reinhören!

In der kommenden Woche beschäftigen sich die Experten in Teil 5 mit dem Thema Governance und gehen der Frage nach: Was macht die Blockchain-Technologie möglich, was vorher undenkbar war.