Volksaktie Rendite nach 25 Jahren: Wer 1996 Telekom-Aktien kaufte, hätte heute ...

Die T-Aktie ging vor 25 Jahren an die Börse – und löste eine bis dahin ungekannte Börseneuphorie in Deutschland aus. Die Aktie entwickelte sich aber nicht wie erhofft. Doch wie sieht die Rendite aus, wenn man direkt zum Start vor 25 Jahren eingestiegen wäre?

18.11.2021 - 09:4018.11.21 - 10:37
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Die Aktie der Deutschen Telekom wurde zum Volkstrauma. Wer am ersten Tag zugriff und bis heute gehalten hat, machte jedoch immerhin keinen Verlust.
Die Aktie der Deutschen Telekom wurde zum Volkstrauma. Immerhin: Wer am ersten Tag zugriff und bis heute dabei geblieben ist, hat keinen Verlust gemacht© Imago Images / Future Image

Es sollte der Auftakt für eine verheißungsvolle Zukunft sein. Am 18. November 1996 notiert die Aktie der Deutsche Telekom erstmals an der Frankfurter Börse – und löst einen wahren Anleger-Boom im seit wenigen Jahren wiedervereinigten Deutschland aus. 1,9 Millionen Privatanleger greifen beim ersten von insgesamt drei Börsengängen zu. Für knapp ein Drittel von ihnen ist es die erste Aktie überhaupt. 

Sie glauben an die vollmundigen Versprechen des damaligen Telekom-Chefs Ron Sommer. Der erklärt anlässlich des Börsengangs, die T-Aktie werde „so sicher wie eine vererbbare Zusatzrente sein“.

Begleitet wird der Start zudem mit einer öffentlichkeitswirksamen, millionenschweren Werbekampagne: Der beliebte Tatort-Schauspieler Manfred Krug wirbt für die neue „Volksaktie“. Unvergessen sein Spruch: „Die Telekom geht an die Börse, da geh ich mit.“ Millionen Deutsche tun es ihm gleich. Und werden wenige Jahre später bitter enttäuscht.

Der schnelle Crash der T-Aktie

Dabei sieht es zunächst danach aus, als würden sich die Prognosen bewahrheiten. Nach einer kurzen Seitwärtsphase zum Auftakt zieht der Kurs nach zwei Jahren rapide an. Im März 2000 notiert die T-Aktie auf ihrem Höhepunkt: 103,50 DM. Der Emissionspreis der Telekom-Aktie lag seinerzeit bei 28,50 DM, umgerechnet entspricht das 14,57 Euro. Allerdings verkaufen die wenigsten, der Großteil spekuliert auf noch höher steigende Kurse. Eine Fehleinschätzung.

Bis 2001 crasht der Kurs der Telekom-Aktie auf unter zehn Euro – ein Wertverlust von 90 Prozent. Das liegt an einer Reihe von Faktoren: Die Anschläge vom 11. September 2001 erschüttern die Welt, die Dotcom-Blase war geplatzt und reißt den gesamten Aktienmarkt in die Tiefe, hinzu kommen hauseigene Skandale, etwa falsch bewertete Immobilien der Telekom. 

Rendite der Telekom-Aktie nach 25 Jahren

Der aktuelle Kurs einer Aktie der Deutschen Telekom liegt bei 16,83 Euro (Stand: 18. November 2021, 09.30 Uhr). Verglichen mit dem Ausgabepreis von umgerechnet 14,57 Euro ein überschaubarer Gewinn. Jedoch wurde vom Unternehmen verlässlich eine Dividende ausgeschüttet. Diese summierte sich in den vergangenen 25 Jahren auf 14,34 Euro je Anteilsschein, wie der Aktien- und Kapitalmarkt-Experte Christian W. Röhl ausrechnete.

Hätte man die gesamte Dividende reinvestiert, wäre man gegenüber dem Platzierungspreis aus dem 1. Börsengang auf ein Plus von 137 Prozent gekommen. Klingt erst einmal nach einem guten Deal. Betrachtet man jedoch den langen Zeitraum von 25 Jahren, entspricht das gerade einmal einem Zuwachs von 3,5 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Mit einem breit gestreuten Dax-Investment hat man im selben Zeitraum eine Performance von 490 Prozent erreicht. In Hartwährung heißt das:

  • Aus einem Investment von 1.000 Euro in die T-Aktie wurden in den 25 Jahren 2.370 Euro.
  • Aus einem Investment von 1.000 Euro in den Dax wurden bis heute 5.900 Euro.

Wie heißt es doch so schön: Breit gestreut, nie bereut...

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