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Studie Wie aus Sparern Anleger werden können

Viele Menschen haben während der Pandemie zusätzliches Geld auf die hohe Kante gelegt. Viele scheuen sich aber nach wie vor, es am Kapitalmarkt zu investieren. Wo die Gründe dafür liegen und was für ein Umdenken sorgen könnte, hat J.P. Morgan Asset Management in einer europaweiten Studie untersucht.

09.06.2021 - 15:23 Uhr | in Märkte

Die Pandemie hat die Finanzen zahlreicher Menschen massiv beeinflusst. Geld ausgeben war aufgrund der Lockdowns nur beschränkt möglich. Gleichzeitig war die Verunsicherung groß. Beides sind Gründe dafür, dass die Sparquoten vieler Haushalte anstiegen. Um zu ermitteln, ob und wie die Pandemie die Einstellung zum Sparen und Anlegen dauerhaft verändert hat, wurden für eine aktuelle Studie von J.P. Morgan Asset Management über 5.000 Frauen und Männer in zehn europäischen Ländern befragt. „Da mit finanzieller Unabhängigkeit außerhalb von Pandemiezeiten die berufliche und private Freiheit steigt, während aktuell wegen geringerer Ausgaben zusätzliche Beträge zur Verfügung stehen, ist dieses Thema für viele in den Fokus gerückt“, beschreibt Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt, die Motivation für die Studie.

Steigende Sparquoten

Während etwas mehr als ein Drittel der Befragten keine Beeinträchtigung des Einkommens erlebt hat, werden von rund einem weiteren Drittel Auswirkungen erwartet, die aber noch nicht eingetroffen sind. Bei wiederum knapp einem Drittel der Befragten ist das persönliche Einkommen durch die Pandemie beeinträchtigt. So verwundert es nicht, dass sowohl die befragten Frauen als auch Männer im vergangenen Jahr weniger ausgegeben haben – jeweils rund ein Drittel der Befragten hat die Ausgaben gesenkt.

Ob es an den fehlenden Möglichkeiten lag, Geld auszugeben, oder an bewussten Einsparungen – auf jeden Fall haben die befragten Frauen und Männer in der Pandemie ihre Ersparnisse ausgebaut. Angesichts der Unsicherheit im Zuge der Pandemie überrascht es nicht, dass die Bildung eines finanziellen Notfallpolsters der Hauptgrund für die höheren Sparbeträge von Frauen (45 Prozent der Befragten) und Männern (40 Prozent) war. Insgesamt wurde aber mehr gespart als investiert.

Quelle: J.P. Morgan Asset Management 

Anlegen lohnt sich auf verschiedenen Ebenen

Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds ist vielen Befragten klar, dass Wertpapieranlagen eine bessere Grundlage für einen finanziell abgesicherten Ruhestand bieten können als Sparprodukte. Dazu kommt: Anlegerinnen und Anleger haben ein höheres Selbstwertgefühl als diejenigen Befragten, die rein auf Sparprodukte setzen, und blicken zuversichtlicher auf ihre finanzielle Situation insgesamt. Die Geldanlage scheint also einen wichtigen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden zu leisten.

 Quelle: J.P. Morgan Asset Management 

Einstellung zum Anlegen ändern

Warum gibt es dann immer noch so viele, die sich nicht an Wertpapieranlagen für den langfristigen Vermögensaufbau herantrauen? Die Befragten nennen einige Hindernisse. So wird die Wertpapieranlage von vielen vor allem mit Schwankungen und Risiken in Verbindung gebracht. Auch sind viele überzeugt, dass Investments ein hohes Engagement erfordern: Von den tatsächlichen und den potenziellen Anlegerinnen und Anlegern glauben drei Viertel, dass es notwendig ist, die Geldanlage regelmäßig zu überwachen. Zwei Drittel der befragten Frauen und mehr als die Hälfte der Männer sind überzeugt, dass es schwierig ist, die Entwicklung ihrer Wertpapieranlagen einzuschätzen. Sie befürchten, dass sie den Überblick verlieren, wie sich ihre Investitionen entwickeln.

Im Gegensatz dazu werden Sparprodukte weiterhin als einfach verständlich, flexibel und leicht zugänglich angesehen. „Mit Finanzwissen und Unterstützung durch Finanzberatung lassen sich die negativen Assoziationen des Anlegens wie Komplexität, Intransparenz und fehlende Kontrolle überwinden, um Sparerinnen und Sparer von den langfristigen Vorteilen des Anlegens zu überzeugen“, sagt Matthias Schulz.

Quelle: J.P. Morgan Asset Management 

Einer der größten und wichtigsten Unterschiede zwischen den befragten Anlegern und Sparern besteht darin, dass erstgenannte über eine Finanzplanung verfügen. Wer eine solche entwickelt hat und ihr konsequent folgt, hat mehr Selbstsicherheit, die finanziellen Prioritäten in die Hand zu nehmen und mehr Vertrauen in die Realisierung dieser Ziele. 

Nachhaltige Geldanlage als Zukunft des Anlegens

Das Interesse an nachhaltiger Geldanlage wächst in der breiten Bevölkerung. Die Studie zeigt, dass nachhaltiges Anlegen eine treibende Kraft sein könnte, um aus Sparenden Anlegende zu machen. Denn Geld in Unternehmen zu investieren, die zu einer nachhaltigeren Welt beitragen, kann das Vertrauen in die Wertpapieranlage erhöhen. Zwei Drittel der befragten Männer und fast drei Viertel der Frauen halten das Thema für wichtig, unabhängig vom Geschlecht jeder fünfte Befragte für äußerst wichtig.

Quelle: J.P. Morgan Asset Management  

Schon jetzt investieren 10 Prozent der Befragten nachhaltig. Rund 75 Prozent glauben zudem, dass nachhaltiges Investieren eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Fast die Hälfte der Befragten erwartet, dass die Menschen in Zukunft nur noch in nachhaltige Unternehmen anlegen werden.

Das größte Interesse gilt den ökologischen Vorteilen einer nachhaltigen Anlage, gefolgt von sozialen Themen wie Menschenrechten und guter Unternehmensführung. „Nachhaltiges Investieren wird bei Anlageentscheidungen zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Umso erfreulicher ist, dass dies eine Möglichkeit bietet, neue Anlegerinnen und Anleger für die Geldanlage zu begeistern. Denn anders als Sparbücher können nachhaltige Anlagelösungen dabei helfen, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten“, unterstreicht Schulz.

Vertrauen in die Wertpapieranlage stärken

Der Umfrage zufolge können sich diejenigen, die derzeit mit dem Gedanken spielen Geld anzulegen, vorstellen, etwa ein Drittel ihrer Ersparnisse in Kapitalanlagen zu investieren. In Deutschland und Österreich ist der Anteil, den Männer für Wertpapieranlagen in Erwägung ziehen, mit 44 Prozent besonders hoch. Noch fehlt es aber in vielen Fällen an Vertrauen, um den tatsächlichen Schritt vom Sparen zum Anlegen zu wagen.