Kryptowährungen Wie Elon Musk mit dem Bitcoin spielt

Mit einem wilden Auf und vor allem Ab hat der Bitcoin jüngst die Nerven seiner Anleger arg strapaziert. Die Tweets von Elon Musk sorgten für eine besondere Dynamik. Warum bei Cyberdevisen Vorsicht gilt, analysiert Mark Dowding, Chief Investment Officer bei Bluebay Asset Management.

21.05.2021, aktualisiert 01.06.2021 - 09:4501.06.21 - 09:45
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Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk: Zwei Worte und zwei Emojis reichen, um den Kurs des Bitcoin massiv zu bewegen© IMAGO / UPI Photo

Die Aktivitäten bei den Kryptowährungen sorgten zuletzt für viele Schlagzeilen. Nachdem der Bitcoin im April die Marke von 63.000 US-Dollar überschritten hatte, stürzte er jüngst bis auf 30.000 US-Dollar ab. Der Grund waren Befürchtungen, dass Tesla der Cyberdevise den Rücken kehren könnte, sowie die Sorge, dass China gegen die Nutzung der Währung durch seine Bürger vorgehen will.

Tesla-Chef stoppt Ausverkauf

Dennoch sorgte ein Tweet von Musk – „Tesla hat“, und dann folgten die Emoji-Symbole Diamant und Hände (die mit Diamanten besetzten Hände deuten auf die erneute Absicht hin, an der Position festzuhalten, die Musk mit seinen spekulativen Verheißungen gegenüber dem Publikum angehäuft hat) – für eine Trendwende zurück über 40.000 US-Dollar in einem wilden Intraday-Handel.

In regulierten Märkten würde man sich am Kopf kratzen und fragen, ob Rufe nach einer Untersuchung solcher Bewegungen laut werden sollten. Doch Kryptowährungen sind von Haus aus unreguliert. Weitere Aspekte, die gegen Bitcoin und andere Kryptowährungen sprechen: Die Umweltauswirkungen des Schürfens und das Wissen, dass die digitale Währungen zur Finanzierung illegaler Aktivitäten verwendet werden.

Straffung der US-Geldpolitik voraus

An den Devisenmärkten im weiteren Sinne zeigte sich der US-Dollar in den vergangenen Tagen weiterhin etwas schwächer, da sich die US-Renditen seitwärts bewegen, während die Anleiherenditen andernorts steigen. Wir sind jedoch der Meinung, dass die ins Haus stehenden US-Wachstumsdaten die global zu erwartenden Daten übertreffen werden. Daher sind wir der Ansicht, dass die US-Notenbank angesichts der sich abzeichnenden Makrotrends die Geldpolitik letztlich weitaus stärker straffen muss als andere Zentralbanken. Das sollte den US-Dollar in den nächsten Wochen unterstützen.

Derzeitiges Mantra der Notenbanken ist es, in der Geldpolitik eher reaktiv als präventiv zu agieren. Schon jetzt ist klar: Die Zentralbanker können dann letztlich nur mit einer mehr oder weniger großen Verzögerung auf die Entwicklungen in der Realwirtschaft reagieren. In der Vergangenheit hingegen wurde eine ausgeprägt präventive Geldpolitik gefahren. Eine zu rasche oder aggressive Straffung sollte vermieden werden, um sicherzustellen, dass die Politik keinesfalls zu weit hinter der steil ansteigenden Inflationskurve zurückbleibt.

Musk der wahre König der Zentralbanken?

In manchen Kreisen, so erfahren wir aus vielen Gesprächen, hat man zunehmend den Eindruck, dass Jerome Powell und seine Kollegen sich Elon Musk als dem wahren König des Zentralbankwesens unterordnen: Mit einem bloßen Wink von Musks Hand bewegen sich die immer stärker korrelierten Märkte nach Gutdünken. Hoffentlich endet nicht alles in Tränen für den Diamantenhände-Kauz und die Massen seiner Gefolgsleute.