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Steve Langer, Openbank

Disruption bei Geldinstituten „Wir möchten Kunden anders ansprechen als traditionelle Banken“

Die spanische Digitalbank Openbank ist seit rund einem Jahr auch in Deutschland aktiv. Steve Langer, Market Manager Germany, skizziert, wie sich die Neo-Bank von Wettbewerbern abheben will und welche Pläne sie hierzulande verfolgt.

27.11.2020 - 15:54 Uhr | in Interview

der fonds: Openbank – mit diesem Namen kann hierzulande nicht jeder auf Anhieb etwas anfangen. Was sollte man im Wesentlichen über die digitale Bank wissen?

Steve Langer: In Spanien ist die Openbank eine feste Größe. Schließlich wurde sie dort bereits 1995 von der Santander Gruppe als erste Direktbank mit Telefonservice gegründet. Damit hat die Openbank die größte Bank Europas hinter sich. Mittlerweile haben wir rund 1,4 Millionen Kunden und Einlagen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Seit rund einem Jahr sind wir auch in den Niederlanden, in Portugal und in Deutschland tätig. Openbank ist in Deutschland als digitale Bank via Web und App abrufbar. Auch stehen wir unseren Kunden an 365 Tagen im Jahr auf Wunsch telefonisch zur Seite – auf deutsch, versteht sich. Das wird von unseren Kunden sehr geschätzt, zumal wir praktisch keine Warteschleifen haben. Mit diesem Service heben wir uns deutlich von anderen Digitalbanken ab, die oftmals nur digital erreichbar sind.

Warum fiel die Wahl auf Deutschland als nächstes Ziel der Expansion in Europa?

Langer: Deutschland ist für uns ein sehr interessanter Markt, weil die Deutschen digitalaffin sind. Daher sehen wir reichlich Möglichkeiten, um weiter zu wachsen – obwohl es hierzulande bereits viele Digitalbanken gibt. Wir haben ein Angebotspaket geschnürt, das für den deutschen Markt sehr interessant ist. Nicht zuletzt aufgrund des Niedrigzinsumfelds und der zunehmenden Einführung von Strafzinsen wird auch unser Kapitalanlagenangebot sicherlich viele Deutsche ansprechen.

Bestandteil Ihres Angebots in Deutschland sind auch Robo-Advisor-Strategien. Wie wollen Sie sich von den zahlreichen Wettbewerbern abheben, die es bereits gibt?

Langer: Die klassischen digitalen Vermögensverwalter in Deutschland setzen auf passive Investments und ETFs. Wir verfolgen einen anderen Ansatz und bieten nicht nur Indexfonds, sondern auch aktiv gemanagte Fonds. Wir haben einen Investitionsausschuss, der sich aus Experten der Investmenthäuser BlackRock und Santander Asset Management zusammensetzt. Dieser analysiert und evaluiert Märkte und Risiken und macht dann Vorschläge zu geeigneten Fonds. Da wir auch in Aktivfonds investieren, können unsere Strategien in Anlageklassen, bei welchen wir nicht nur in den Index investieren möchten, gezielt in Aktivfonds investieren. Das ist das eine, worin wir uns von Mitbewerbern unterscheiden. Hinzu kommt, dass wir die aktive digitale Vermögensverwaltung für jedermann anbieten, bereits ab 500 Euro. Bei den Vermögensverwaltern, die einen aktiven Ansatz verfolgen, liegen die Einstiegssummen hingegen um einiges höher.