Wirtschaft in der Euro-Zone Solange die Musik spielt, muss man tanzen

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Die Euro-Zone hat zurzeit gute Nachrichten zu bieten: Die Wirtschaft wächst – und das nicht nur in den strukturell starken Mitgliedsländern, sondern auch in den ehemaligen Krisenstaaten.

23.08.2017 - 16:1124.08.17 - 09:12
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Ein Orchester in Rio de Janeiro bei einer Probe: Laut Swisscanto Invest hat die Wirtschaft in der Euro-Zone aktuell Grund zu tanzen
Ein Orchester in Rio de Janeiro bei einer Probe: Laut Swisscanto Invest hat die Wirtschaft in der Euro-Zone aktuell Grund zu tanzen© Getty Images

Viele politische Risiken, die in der ersten Hälfte dieses Jahres lauerten, haben sich quasi in Luft aufgelöst – Stichwort Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich. Die Gefahr des Einflusses antieuropäischer Kräfte wurde gebannt.
Durch die Wahl Emmanuel Macrons ist sogar so etwas wie politische Aufbruchsstimmung in Bezug auf die Weiterentwicklung der Europäischen Union entstanden. In Italien, wo zu befürchten war, dass eine Bankenkrise den Zusammenhalt der Währungsgemeinschaft erneut gefährden könnte, kommt die Sanierung des Finanzsektors Schritt für Schritt voran. Bezogen auf den Wachstumsausblick in der Euro-Zone ist zunehmender Optimismus im Markt zu erkennen.

Der Konjunkturmotor läuft rund

Ein Blick auf die einzelnen Nachfragekomponenten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Währungsgemeinschaft zeigt, dass das Wachstum derzeit nicht nur durch die Mitgliedsländer breit abgestützt ist, sondern auch durch seine Zusammensetzung. Sowohl Investitionen als auch Konsum, Staatsverbrauch und Exporte steigen seit mehreren Quartalen. Die mit einem Anteil von rund 55 Prozent größte Komponente des BIP, der Konsum, wächst langsam aber sicher, getrieben von der Erholung am Arbeitsmarkt. Auch wenn die neu geschaffenen Stellen eher im unteren Einkommensbereich angesiedelt sind, steigt die volkswirtschaftliche Lohnsumme insgesamt. Insbesondere in den ehemaligen Krisenstaaten besteht nach einer langen Zeit der Zurückhaltung nun Nachholbedarf, vor allem bei der Anschaffung langlebiger Konsumgüter.

Auffällig ist vor allem bei den Investitionen, aber auch beim Konsum, der Zeitpunkt, nämlich Ende 2012, an dem die Wende zum Besseren einsetzte. Daher spricht vieles dafür, dass die Ankündigung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, alles zu tun, um den Euro zu retten, einen wesentlichen Beitrag dazu leistete. Der Satz war dafür verantwortlich, dass die Sorgen der Finanzinvestoren und Unternehmen, der Euro-Raum könnte auseinanderfallen, verflogen. Damit war die Gefahr weiterer Staatspleiten gebannt und es kehrte langsam Vertrauen in das Bankensystem zurück. Der Konsum und die Investitionen stiegen allmählich wieder an.