Wirtschaftswachstum in DeutschlandRWI bessert Prognose für 2018 nach

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im laufenden Jahr auf 2,4 Prozent erhöht. Risiken sehen die Forscher im Aufbau von Handelsbarrieren.

21.03.2018 - 13:43 Uhr21.03.18 13:43
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Neuer Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Washington: Versuch, drohende Strafzölle abzuwenden
Neuer Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Washington: Versuch, drohende Strafzölle abzuwenden© Getty Images

Seiner aktuellen Konjunkturprognose zufolge erwartet das RWI für das Gesamtjahr 2018 ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von 2,4 (zuvor: 2,2) Prozent. Während die Ökonomen im ersten Quartal mit einem kräftigen Wachstum rechnen, dürfte sich die konjunkturelle Entwicklung im Jahresverlauf abschwächen. Als größtes Risiko für die Weltkonjunktur sieht das RWI mit Sitz in Essen aufkommenden Protektionismus an, der den internationalen Warenaustausch behindert. Für das kommende Jahr 2019 erwarten die Ökonomen ein Wachstumsplus von unverändert 1,9 Prozent.

„Nach einem voraussichtlich kräftigen Wirtschaftswachstum im ersten Quartal dieses Jahres wird die Dynamik voraussichtlich im weiteren Jahresverlauf nachlassen“, blickt RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn voraus. Ursache hierfür seien die sich immer deutlicher zeigenden Engpässe am Arbeitsmarkt. Auch die Aufwertung des Euro dürfte das Wirtschaftswachstum bremsen.

Risiken durch US-Protektionismus und Brexit

Gefährlichstes Risiko für die Konjunktur in Deutschland sind nach Meinung der Konjunkturforscher zum einen der drohende Handelsstreit mit den USA und zum anderen die Unwägbarkeiten des Ausgangs der Brexit-Verhandlungen. Die Volkswirte rechnen vor: Im vergangenen Jahr gingen laut RWI 6,6 Prozent der deutschen Ausfuhren nach Großbritannien und 8,7 Prozent in die USA. „Eine Eskalation des Handelsstreits oder eine Form des Brexit, die den Marktzugang in Großbritannien abrupt verschlechtert, hätte daher – möglicherweise sogar bereits recht kurzfristig – massive Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft“, warnt RWI-Konjunkturchef Döhrn.