Wohnungsknappheit Kaum Chancen für mehr Neubauvorhaben

Es wird zu wenig gebaut, um die Wohnungsknappheit zu lindern. Das meint der der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) und beruft sich auf die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Chancen für eine entscheidende Verbesserung stehen schlecht - eher wird die Situation noch dramatischer.

18.06.2018 - 15:0018.06.18 - 14:58
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Neubau von Apartmenthaus in Berlin: Bundesweit reichen die Fertigstellungen von Wohnungen nicht aus
Neubau von Apartmenthaus in Berlin: Bundesweit reichen die Fertigstellungen von Wohnungen nicht aus© Getty Images

Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 284.800 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. In seiner Analyse verwies BFW-Präsident Andreas Ibel jedoch auf den zeitlichen Verzug von zwei bis drei Jahren, mit denen die Baufertigstellungszahlen der Entwicklung der Baugenehmigungen folgen. Diese zeitliche Differenz entspricht der Bauzeit der genehmigten Gebäude. „Da die Baugenehmigungen des Jahres 2017 um 7,3 Prozent gesunken sind, werden auch die Baufertigstellungszahlen zwangsläufig wieder zurückgehen“, so Ibel weiter.

In wenigen Jahren wird Situation noch prekärer

Dieser Rückgang wird sich voraussichtlich in wenigen Jahren abbilden, wenn der derzeitige Überhang an genehmigten, aber noch nicht fertig gebauten Projekten abgearbeitet ist. Dieser Überhang ist auch durch Vorzieheffekte durch die Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 bedingt, die zu einem starken Anstieg der Baugenehmigungszahlen beim Jahreswechsel 2015/16 geführt hatte. Ein weiterer Indikator für die künftige Entwicklung der Baufertigstellungszahlen ist die aktuelle Umfrage unter den BFW-Mitgliedsunternehmen, die für rund 50 Prozent des Wohnungsneubaus in Deutschland zuständig sind.

Prognose der BFW-Konjunkturumfrage