Die Zukunft ins Depot holen Technologiewerte sind die neuen „Versorger“

Die Tech-Branche wurde lange Zeit zu den Zyklikern gezählt. Doch das Bild ändert sich: Immer mehr Firmen drängen mit konjunkturunabhängigen Geschäftsmodellen auf den Markt, erklärt René Kerkhoff, Fondsmanager bei DJE Kapital.

18.08.2020, aktualisiert 19.08.2020 - 16:5919.08.20 - 16:59
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Satya Nadella, CEO eines US-Softwaregiganten
Satya Nadella, CEO eines US-Softwaregiganten: Die Pandemie habe alle Lebens- und Arbeitsbereiche stark beeinflusst und dazu geführt, dass eine digitale Transformation von eigentlich zwei Jahren in nur zwei Monaten ablief© imago images / UPI Photo

Bisher galten Technologie-Aktien eher als offensive Investments. Doch die Corona-Krise hat die fundamentale Bedeutung dieser Branche für unser Leben wie nie zuvor verdeutlicht. Laut Microsoft-Chef Satya Nadella habe die Corona-Pandemie alle Lebens- und Arbeitsbereiche beeinflusst und dazu geführt, dass wir eine digitale Transformation von eigentlich zwei Jahren in nur zwei Monaten erlebt haben.

Diese Aussage spiegelte sich auch in den Aktienkursen wider. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq stieg in diesem Jahr um 24,5 Prozent, während der breite Weltaktien-Index MSCI World in Euro gerechnet fünf Prozent einbüßte.

Während die Unternehmensgewinne im ersten Vierteljahr auf breiter Front eingebrochen sind, haben sich die Gewinne der meisten Technologieunternehmen als überaus robust erwiesen. Globale Tech-Werte verzeichneten im ersten Quartal vor der Corona-Krise ein viel stärkeres Gewinn- und Umsatzwachstum als der breite Markt. Seit dem Ausbruch der Pandemie hat sich dieser Abstand noch weiter vergrößert. Nach Konsensschätzungen wird erwartet, dass die globale Tech-Branche in diesem Jahr sogar ein Umsatzplus vergleichbar mit defensiven Sektoren wie dem Gesundheitswesen, Versorgern oder Konsumgütern erreichen wird.

Neue Normalität: Corona-Krise als Digitalisierungskatalysator

Technologieunternehmen schlüpfen mittlerweile in die Rolle von „Versorgern“ – viele Unternehmen, Mitarbeiter und Verbraucher können beziehungsweise wollen ohne deren Produkte und Dienstleistungen nicht mehr leben. Der Bedarf an Anwendungen ist noch größer geworden seit dem die Lockdown-Maßnahmen den Bedarf für Einkaufen, Lernen und Arbeiten von zu Hause aus und virtuell erhöht haben. Ohne eine robuste digitale Infrastruktur können Mitarbeiter nicht effizient von zu Hause arbeiten, und Studenten haben keinen Zugang zu Online-Kursen.