Orientierungshilfe Begriffe, die nachhaltig orientierte Anleger kennen sollten

Investoren können mit verantwortungsbewussten Investments einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt auf zahlreiche Fachbegriffe und Abkürzungen wie ESG, CSR und SDGs. Wir lotsen Sie durch den Buchstabendschungel!

Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern
Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern: Viele Fachbegriffe prägen die Debatte um nachhaltige Geldanlagen – doch was bedeuten sie?© imago images / BildFunkMV

Nachhaltige Investments drängen in den Mainstream: Es geht immer mehr darum, nicht nur innovative Produkte zu entwickeln, sondern die entsprechenden Kriterien auch breit in den Investmentprozess zu integrieren. Dabei hat der Umweltbereich bisher die größte Aufmerksamkeit erhalten, doch der Fokus richtet sich zunehmend auch auf soziale Aspekte und gute Unternehmensführung (ESG). Doch was können sich Anleger darunter vorstellen?

Hier erklären wir Ihnen die wichtigsten Nachhaltigkeitsbegriffe, die für Anleger interessant sein dürften:

ESG steht für die englischen Begriffe Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Corporate Governance (gute Unternehmensführung). Während das „E“ Umweltthemen abdeckt, geht es beim „S“ unter anderem um Richtlinien gegen Diskriminierung oder Kinderarbeit und beim „G“ um Standards etwa gegen Geldwäsche und Korruption. Ein weit verbreiteter Ansatz, um den Nachhaltigkeitskriterien gerecht zu werden, sind Ausschlusskriterien. So werden beispielsweise Unternehmen ausgeklammert, wenn diese in Bereichen wie geächtete Waffen oder Nuklearenergie tätig sind.

ESG-Ratings bewerten dabei die nachhaltigkeitsbezogenen Strukturen, Prozesse und Leistungen der Emittenten – insbesondere von Unternehmen und Staaten. Die Ratings decken grundsätzlich zwei Bereiche ab: Zum einen wird analysiert, ob ein Emittent gegen bestimmte Ausschlusskriterien verstößt. Zum anderen werden die Leistungen der Emittenten auf Basis von mehr als 150 Kriterien analysiert und bewertet. ESG-Ratings bilden somit eine zentrale Grundlage für die Umsetzung einer nachhaltigen Anlagestrategie.

Principles for Responsible Investment (PRI) sind eine internationale Initiative von Vermögensverwaltern und Anlegern zur Förderung nachhaltiger Kapitalanlagen unter der Obhut der Vereinten Nationen (UN). Die Unterzeichner verpflichten sich dazu, sechs Prinzipien umzusetzen und jährlich über ihre Fortschritte zu berichten:

  • Wir werden ESG-Themen in die Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich einbeziehen.
  • Wir werden aktive Anteilseigner sein und ESG-Themen in unserer Investitionspolitik und -praxis berücksichtigen.
  • Wir werden Unternehmen und Körperschaften, in die wir investieren, zu einer angemessenen Offenlegung in Bezug auf ESG-Themen anhalten.
  • Wir werden die Akzeptanz und die Umsetzung der Prinzipien in der Investmentbranche vorantreiben.
  • Wir werden zusammenarbeiten, um unsere Wirksamkeit bei der Umsetzung der Prinzipien zu steigern.
  • Wir werden über unsere Aktivitäten und Fortschritte bei der Umsetzung der Prinzipien Bericht erstatten.

Sustainable Development Goals (SDGs) sind ein von der UN-Vollversammlung im Jahr 2015 verabschiedeter Katalog von 17 globalen Entwicklungszielen, durch die die Lebenssituation der Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 verbessert werden soll. Zu den Zielen gehören beispielsweise die Bekämpfung von Armut und Hunger, die Bereitstellung bezahlbarer und sauberer Energie, die Sicherstellung hochwertiger Bildung sowie der Schutz von Klima und Artenvielfalt. Die Hauptziele werden durch insgesamt 169 Kriterien konkretisiert. Im Rahmen einer Wirkungsanalyse für Nachhaltigkeitsfonds kann somit berechnet werden, welchen Beitrag die in dem Fonds gelisteten Unternehmen zur Erreichung der SDGs leisten.

Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt allgemein die Verantwortung eines Unternehmens für nachhaltiges Management in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Die Vielfalt an Unternehmen und Märkten führt zu unterschiedlichen Auslegungen des Begriffs. Als Orientierung definiert die Europäische Kommission CSR folgendermaßen: „Soziale Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility / CSR) ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, um auf freiwilliger Basis soziale und ökologische Belange in ihre Unternehmenstätigkeit und ihre Beziehungen zu den Stakeholdern zu integrieren.“ Konkret geht es also um faire Geschäftspraktiken, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, Schutz von Umwelt und Verantwortung in der Lieferkette.

Druck auf Unternehmen ausüben

Wie sich das Handeln von Unternehmen auf Menschen und Kommunen weltweit auswirkt sorgt täglich für Schlagzeilen. Unternehmen, die sich anpassen, werden sich gut entwickeln. Das beeinflusst zweifellos die Gewinne, und bewegt somit ebenfalls die Aktien- und Anleihekurse eines Konzerns. Immer mehr Investoren, Regierungen und Vermögensverwalter nehmen Unternehmen genauer unter die Lupe.

Sowohl Anleger als auch Vermögensverwalter können dabei einen gewissen Druck ausüben und diese zum nachhaltigen Umdenken bewegen. Viele Vermögensverwalter verschärfen bereits ihre Ausschlussprinzipien, um nachhaltig orientierten Investoren das bestmögliche Ergebnis anzubieten.