Sie besuchen der fonds mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Slackline an der Costa Brava

Nachhaltige Entwicklung Welche Gründe für ein Comeback europäischer Aktien sprechen

Unter global anlegenden Investoren ist eine Untergewichtung europäischer Aktien seit Jahren weit verbreitet. Warum sich das Blatt wendet und europäische Papiere aufholen könnten, erklärt Maximilian Anderl, Head of Concentrated Alpha bei UBS Asset Management.

16.03.2021 - 10:00 Uhr | in News

„Europäische Aktien beziehungsweise ihre Indizes sind vor allem aufgrund der schwachen Performance von Sektoren wie Banken und Energie schlechter gelaufen als der Weltmarkt“, erklärt Maximilian Anderl, Head of Concentrated Alpha bei UBS Asset Management. Doch die landläufige Meinung, dass der europäische Markt gleichbedeutend mit den Sektoren Finanzen und Energie ist, stimme nicht mehr.

Stattdessen hat sich das Gesamtgewicht von Banken- und Energieaktien im MSCI Europe in den vergangenen zehn Jahren fast halbiert, erläutert Anderl. Im Gegensatz dazu seien die Sektoren Gesundheitswesen, IT, Industrie und zyklische Konsumgüter am stärksten gewachsen und machen heute fast die Hälfte der europäischen Indizes aus. „Die heute deutlich durchmischtere Sektorenzusammensetzung bietet Anlegern eine viel bessere Auswahl an wachsenden, qualitativ hochwertigen Unternehmen.“

Bewertungsunterschied als Kaufsignal

Obwohl das Wachstum der europäischen Sektoren Gesundheitswesen, IT, Industrie und zyklische Konsumgüter eine höhere Bewertung europäischer Aktien rechtfertigen sollte, werden sie im Vergleich zu anderen entwickelten Märkten wie den USA immer noch mit einem Abschlag gehandelt. Und nicht nur das: In den vergangenen Jahren hat sich die Bewertungslücke zwischen europäischen und US-amerikanischen Aktien deutlich vergrößert. „Anleger sollten diesen Bewertungsunterschied als Kaufsignal betrachten: Europa ist aus zyklischer Sicht und nicht zuletzt auch wegen der sich verbessernden Stimmung rund um den Brexit gut positioniert, um von der wirtschaftlichen Erholung zu profitieren“, zeigt sich Anderl optimistisch.

Dividendentitel als Alternative

Da die Zinsen mit großer Wahrscheinlichkeit noch länger niedrig bleiben, werden Bargeld und erstklassige Anleihen auf absehbare Zeit wohl negative Realrenditen liefern. „Unternehmen hingegen, die seit langem eine sichere und nachhaltige Dividende zahlen, werden diese wahrscheinlich auch in Zukunft beibehalten.“

Somit scheinen für den UBS-Experten Aktien weiterhin chancenreicher als Anleihen, besonders wenn man die hohen Dividendenrenditen mit den extrem niedrigen Renditen von Staatsanleihen vergleiche. Und: Im Verhältnis zu den Dividendenrenditen in anderen Regionen überweisen europäische Unternehmen ihren Investoren hohe Ausschüttungen.

Langfristiger Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft

Die finanzielle Feuerkraft, die vonseiten der EU zu sehen war, ist beträchtlich. „Noch wichtiger ist jedoch, dass es sich hier um eine gemeinsame Anstrengung aller Mitgliedsstaaten handelt und die vereinbarten Reformen auf einen langfristigen Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft abzielen“, gibt Anderl zu bedenken. Dies dürfte nicht nur die fiskalische und institutionelle Integration innerhalb des Blocks vertiefen, sondern auch das Vertrauen der Investoren stärken und europäische Anlagen stabilisieren.

Europa auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft

Anderl ist der Meinung, dass Europa seinen globalen Mitbewerbern beim Thema Nachhaltigkeit voraus ist. Governance sei in den meisten europäischen Unternehmen seit vielen Jahrzehnten tief verwurzelt und im Zeichen der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wichtig das „S“ in ESG ist und welchen großen Stellenwert es in Europa hat.

Um die Umwelt viel stärker als bislang zu schützen, hat sich die EU verpflichtet, das Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2050 zu erreichen. Anderl dazu: „Da die USA jüngst dem Pariser Abkommen wieder beigetreten sind und große Akteure wie Japan, Korea und China sich ebenfalls zur Kohlenstoffneutralität verpflichtet haben, sollten diese koordinierten Bemühungen auch auf andere Märkte rund um die Welt übergreifen."