Sie besuchen der fonds mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Windpark in Deutschland

Green Bonds Nischensegment mit dynamischem Wachstum

Fonds, die in grüne Anleihen investieren, sind noch ein Nischenphänomen. Doch das Angebot entsprechender Produkte wird im Zuge des allgemeinen Trends zu mehr Nachhaltigkeit immer größer. Das belegt eine Studie der Rating-Agentur Scope.

15.03.2021 - 10:40 Uhr | in Nachhaltigkeit

Eine Anleihe kann prinzipiell aus zwei Gründen nachhaltig sein: Einerseits, weil der Emittent bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllt, oder andererseits, weil der Erlös der Anleihe einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leistet. Letzteres ist bei sogenannten Green Bonds der Fall, da der Erlös aus ihrer Emission zweckgebunden ist.

Ende Januar 2021 zählte die Rating-Agentur Scope in Deutschland 39 zum Vertrieb zugelassene Green-Bond-Fonds. Das sind zehn mehr als noch Ende Oktober 2019. Das Anlagevolumen der Fonds beträgt rund 15,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 9,6 Milliarden Euro im Vergleich zur vorangegangenen Scope-Studie aus dem Oktober 2019.

Der derzeit größte Green-Bond-Fonds am deutschen Markt ist der „iShares Green Bond Index“. Das größte Volumen bei den aktiv gemanagten Fonds verwaltet der „Eurizon Fund – Absolute Green Bonds“. Auf beide Fonds entfällt ein Vermögen von jeweils mehr als 2 Milliarden Euro.

Ebenfalls rund 2 Milliarden Euro an grünen Anleihen verwaltet der niederländische Asset Manager NN Investment Partners, aufgeteilt in drei Produkten. Danach folgen die französischen Asset Manager Natixis mit insgesamt rund 1,6 Milliarden und Amundi mit rund einer Milliarde Euro, ebenfalls verteilt über drei Portfolios.

Im vergangenen Jahr konnten nahezu alle Green-Bond-Fonds eine positive Rendite erwirtschaften. In der Scope Peergroup „Renten EURO Welt“ sind fast die Hälfte aller Green-Bond-Fonds erfasst. Sie erzielten im Jahr 2020 ein plus von 4,0 Prozent. Die Top-Performer lagen mit mehr als 6 Prozent sogar noch deutlich darüber (siehe Abbildung 1). Die durchschnittliche Performance der gesamten Vergleichsgruppe lag bei plus 2,6 Prozent.

Abbildung 1: Die Top 5-Performer 2020

Insgesamt haben Investmentgesellschaften im vergangenen Jahr sieben  neue Green-Bond-Fonds aufgelegt und in Deutschland zum Vertrieb zugelassen (siehe Abbildung 2). Alle Neuzugänge sind aktiv gemanagt. Die Anzahl neuer Fonds ist damit ungefähr so hoch wie in den Vorjahren: 2019 wurden für deutsche Anleger acht Green-Bond-Fonds zugelassen. Stärkstes Jahr bleibt 2017 mit elf neu aufgelegten oder repositionierten Fonds.

Abbildung 2: Neu aufgelegte Green-Bonds-Fonds im Überblick

Die neuen Produkte von Robeco SAM, Mainsky und Bantleon investieren hauptsächlich in Euro-denominierte Anleihen globaler Emittenten. Sie gehören damit zur Scope-Peergroup „Renten Euro Welt“, die beinahe die Hälfte aller Green-Bond-Fonds erfasst. Die Fonds von Rothschild Asset Management, Evli Fund Management sowie NN Investment Partners konzentrieren sich auf Unternehmensanleihen. Sie sind in der Scope-Peergroup „Renten Euro Corporates Investment Grade“ zu finden. Der Amundi Funds Emerging Markets Green Bond investiert in Papiere von Unternehmen in Schwellenländern. Er zählt somit zur Scope-Peergroup „Renten Emerging Markets Hard Currency“.