Sie besuchen der fonds mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Flagge zeigen

Studie zur EU-Taxonomie Going green – now

In der Bankenbranche gibt es ein klares Bekenntnis für einen grünen Wandel. Etwa 60 Prozent der Institute beschäftigen sich intensiv mit der neuen EU-Taxonomie – oder berücksichtigen das Thema bereits in ihrer Strategie.

13.01.2021 - 15:22 Uhr | in Nachhaltigkeit

Mehr als 90 Prozent der Banken haben das grüne Regelwerk der EU-Taxonomie auf ihrer Watchlist. Das zeigt eine Studie, an der 158 Experten von Finanzdienstleistern, mehr als die Hälfte davon Führungskräfte, im November 2020 teilnahmen.

Durchgeführt wurde die Cofinpro-Studie „EU-Taxonomie: Regeln für die grüne Zukunft“ gemeinsam mit VÖB-Service, ein Dienstleister in der Banken- und Finanzbranche. Der Hintergrund des großen Interesses bei Banken: Mit den neuen Regularien verbinden die Institute wirtschaftliche Hoffnungen. Allerdings, das zeigt die Studie auch, stellt die rechtzeitige Umsetzung die Branche vor Herausforderungen.

Schwierigkeiten in der Umsetzung

„Die Mehrheit der Banken bekennt sich zum grünen Wandel und will die Chancen aus diesem Regulierungsprojekt nutzen“, sagt Gerald Prior, Vorstand bei Cofinpro. „Mit der Taxonomie gibt die Europäische Union feste Richtlinien vor, um Kapitalströme in umweltfreundliche Bahnen zu lenken, um so das Wirtschaftsleben nachhaltiger zu gestalten.“ Die EU setzt dafür einen zeitlichen Rahmen: Bis Ende 2021 muss Phase 1 umgesetzt sein.

Der Zeitrahmen zwingt zum raschen Handeln. Doch nur jeder Zehnte der Befragten rechnet damit, dass die Verordnung innerhalb eines halben Jahres umgesetzt werden kann. Etwas weniger als die Hälfte (41 Prozent) gehen davon aus, dass sie zwölf Monate bräuchten.

Imagegewinn und neue Zielgruppen

Die Effekte der Umsetzung bewerten die Studienteilnehmer mehrheitlich optimistisch. Neben dem erwarteten Imagegewinn werden neue Zielgruppen und die Entwicklung innovativer Finanzprodukte genannt – die wiederrum zu einer Absatzsteigerung sowohl im Kredit- als auch im Wertpapierbereich führen dürfte.

Die EU-Taxonomie steht damit im Einklang wirtschaftlicher Hoffnungen: Zwei von drei Banken sind der Meinung, dass sich die neue Verordnung positiv auf ihr Geschäftsmodell auswirken wird. Ein strategisches Potenzial für ihr Institut erkennen 72 Prozent der Befragten.

Nachhaltige Transformation der Gesamtwirtschaft

Die EU-Taxonomie soll verbindliche Standards schaffen, um Greenwashing ein Ende zu machen. Bezüglich der Richtlinien sind sich die Teilnehmer der Studie einig: 85 Prozent gehen davon aus, dass für die Finanzierung grüner Projekte oder die Ausgabe von Green Bonds einheitliche Regeln nötig sind.

Beim Thema Greenwashing herrscht hingegen Skepsis. Mehr als die Hälfte der Experten glauben, dass auch in Zukunft Unternehmen sich oder ihre Produkte mit einem grünen Siegel schmücken werden – obwohl das nicht gerechtfertigt wäre. Dennoch ist ein positiver Impact zu erwartet: Knapp 75 Prozent der Befragten meinen, dass die EU-Taxonomie Kapitalströme in nachhaltige Anlagen lenken wird.

„Dem Finanzsektor wird bei den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu Recht eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Banken und Investoren haben mit der bewussten und zielgerichteten Steuerung von Geldströmen einen enormen Einfluss auf die nachhaltige Transformation der Gesamtwirtschaft und vieler gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Kernstück des EU-Aktionsplans für Nachhaltigkeit ist die Etablierung eines einheitlichen Klassifikationssystems, um den Grad einer ökologischen Investition messbar zu machen“, sagt Stefan Hirschmann, Mitglied der Geschäftsleitung der VÖB-Service GmbH. Der Bankenexperte rät zu einer zeitnahen Umsetzung der Anforderungen, da „die Taxonomie schrittweise in die EU-Rechtsvorschriften integriert wird. Eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Regularie ist deshalb unumgänglich.“

Die komplette Studie finden Sie hier