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Hip und grün Kritische Masse erreicht – droht eine ESG-Blase?

Die derzeitige Entwicklung bei nachhaltigen Investments erinnert an vergangene Blasen am Finanzmarkt, insbesondere an den Dotcom-Boom, der später mit einem Marktcrash endete. Damals wie heute sei zu viel Geld auf dem Markt für zu wenige auf Dauer profitable Geschäftsmodelle, sagt Andrew Parry, Head of Sustainable Investment bei Newton IM.

11.05.2021 - 15:30 Uhr | in Nachhaltigkeit

„Die Erholung von der Covid-Krise wird die umweltfreundlichste wirtschaftliche Erholung aller Zeiten sein. Es ist Liquidität im Übermaß vorhanden, und Investoren drängen in die Bereiche erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge, natürliche Lebensmittel, soziale Inklusion und Kreislaufwirtschaft“, sagt Andrew Parry, Head of Sustainable Investment bei Newton IM.

Aber wohin fließt das Geld genau? Tatsächlich investieren Anleger häufig in Unternehmen mit den besten „Geschichten“ und nicht in diejenigen, die sich um die am schwierigsten zu lösenden Probleme kümmern. „Zu Beginn des Jahres erreichte die Bewertung vieler beliebter ESG-Papiere ein atemberaubendes Niveau, das mit dem Wert der jeweiligen Anlagen nicht mehr viel zu tun hatte“, erläutert Parry. Eine derartig hohe Nachfrage sei nie gut für eine rationale Preisbildung. Hohe Spareinlagen und niedrige Zinsen haben einen Investitionsrausch bei Kleinanlegern ausgelöst, durch den einige Aktien fast einen kultähnlichen Status erreicht haben.

Zu viel Geld, zu wenige profitable Geschäftsmodelle

Diese Entwicklungen erinnern an die Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre. Eine Zeit lang war es unmöglich, als Technologie-Investor etwas falsch zu machen. Anfang 2000 schlug die Stimmung jedoch rasch um, als sich die monetären Bedingungen verschärften. Börsengänge begannen zu scheitern, und die versierten, frühen Investoren verließen still und leise den Markt, bevor die unvermeidliche Pleite eintrat.

Dabei war es nicht so, dass die langfristigen Prognosen darüber falsch waren, wie die Technologie unser Leben verändern würde. „Das Problem war, dass zu viel Geld für zu wenige auf Dauer profitable Geschäftsmodellen vorhanden war.“ Selbst Amazon – eines der heute erfolgreichsten Geschäftsmodelle weltweit – brauchte fast ein Jahrzehnt, um seinen Höchststand von 1999 wieder zu erreichen. Viele andere Unternehmen überlebten den Crash nicht.

Egal wie groß das Interesse für nachhaltiges Investieren ist: „Grün ist keine hinreichende Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens“, sagt Parry. Anleger schenken Geschäftsmodellen und ihrer Bewertung oft zu wenig Beachtung. Aber die Marktrealität kennt kein Pardon. So manch ein Unternehmen wird vom Markt verschwinden – ähnlich wie während des Platzens der Dotcom-Blase und den „Nifty-Fifty”-Aktien der 1970er und 80er Jahre. „Was bleibt, sind die Innovationen im Bereich der Nachhaltigkeit und die Vorteile für eine grünere Gesellschaft.“