Betongold Offene Immobilienfonds – ein solider Portfoliobaustein?

Hohe Inflation und keine Zinsen aufs Ersparte. Wohin also mit dem Geld – vor allem, wenn die Risiken überschaubar sein sollen? Offene Immobilienfonds gelten als solides Investment. Experten von der Commerz Real und von Union Investment erklären, warum sich diese Anlageklasse als Beimischung im Portfolio eignen kann.

23.02.2022, aktualisiert 03.03.2022 - 09:2903.03.22 - 09:29
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Hafencity in Hamburg
Hafencity in Hamburg: Bei vielen Anleger:innen sind offene Immobilienfonds aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Stabilität beliebt © Imago Images / imagebroker

Deutsche Immobilien sind so begehrt wie nie zuvor. Auch mangels renditebringender Anlagealternativen lag das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Markt laut Hamburger Immobilienberatung JLL im vergangenen Jahr bei 111 Milliarden Euro – das entspricht einem Plus in Höhe von 36 Prozent gegenüber 2020.

Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt also weiter. Gestützt wurde der Trend dadurch, dass zu den weiterhin niedrigen Zinsen im zweiten Halbjahr vergangenen Jahres eine steigende Inflationsrate kam. Diese drückte die realen Zinsen noch weiter in den Keller.

Wer an den Renditechancen am Immobilienmarkt teilhaben möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Eine davon sind offene Immobilienfonds. „Vor allem breit diversifizierte offene Immobilienfonds eignen sich für Investor:innen, die eine risikoarme und mittel- bis langfristig ausgerichtete Anlagemöglichkeit suchen“, erklärt Mario Schüttauf, Fondsmanager des hausInvest (ISIN: DE0009807016) der Commerz Real. „Sie sind ein solider Baustein beim Vermögensaufbau mit einer schwankungsarmen Wertentwicklung über längere Zeiträume.“ Michael Bütter, CEO der Union Investment Real Estate GmbH, ergänzt: „Die Anlageklasse ist eine geeignete Beimischung im Depot von Anlegern mit einer konservativen Anlagestrategie.“

Immobilienfonds auf Erholungskurs

Sowohl das Infektionsgeschehen als auch die Lieferengpässe bremsen aktuell das Wirtschaftswachstum – insgesamt aber setzt sich die weltweite Konjunkturerholung fort. „Die Unsicherheit und Zurückhaltung auf den Immobilienmärkten im Corona-Krisenumfeld waren letztlich nur von kurzer Dauer. Im Hinblick auf die Inflation besteht über die Indexierung der Mietverträge ein Inflationsschutz für Anleger“, sagt Bütter. Das Transaktionsvolumen auf den gewerblichen Immobilienmärkten sank 2020 coronabedingt, hat sich aber im vergangenen Jahr bereits wieder vollständig auf das Vorkrisenniveau erholt.

Die Zinsen bleiben trotz teilweise angekündigter Zinsschritte derzeit noch niedrig und sorgen weiterhin für eine relative Attraktivität von Immobilieninvestments. Schüttauf: „Wir rechnen daher mit einer steigenden Dynamik auf den globalen Immobilieninvestmentmärkten in den Jahren 2022 und 2023.“ Immobilien zeichneten sich nach wie vor durch langfristige Mietverträge und im Vergleich mit anderen Anlageklassen auch in Krisenzeiten relativ stabilen Cashflows aus.

Insbesondere „Wohnimmobilien in Deutschland sowie Büroimmobilien in den Top-Lagen internationaler Metropolen sind vielversprechend“, erläutert Schüttauf. „Wir sind aber auch sehr zuversichtlich, dass sich auch der Hotelmarkt mittelfristig von den Auswirkungen der Pandemie erholen wird und Hotelimmobilien ihre Position als attraktive Investmentobjekte wieder ausbauen werden.“

Abseits des deutschen Immobilienmarkts böten sich ebenfalls Chancen. Bütter: „Zu unseren strategischen Prioritäten in den kommenden Jahren zählt unter anderem auch die Ausweitung unserer Anlagetätigkeit in Sekundärstädten in den USA und in neuen Anlageklassen, beispielsweise Wohnen in Europa und den USA, in Verbindung mit einer stärkeren Diversifizierung unseres asiatisch-pazifischen Portfolios. Insbesondere in Japan, Korea, Singapur und Australien.“

ESG auch bei Immobilien ein Thema

Ein großes Thema ist auch an den Immobilienmärkten Nachhaltigkeit – zumal der Gebäudebestand in der Europäischen Union bis 2050 klimaneutral sein soll. Genaue gesetzliche Vorgaben werden teils noch erarbeitet. Es ist aber klar, wohin die Reise geht. Das löst schon jetzt einen Sanierungseffekt in Richtung energieineffizienter Gebäude aus. „Wir beobachten bereits, dass insbesondere Projektentwickler künftig stärker auf die Forderungen der Regulatorik und der Taxonomie eingehen werden und entsprechende Angebote machen. Dieser Trend wird weiter zunehmen“, so Bütter.

Verkäufer:innen veralteter Objekte müssen daher zusehends einen Abschlag auf den Verkaufspreis hinnehmen. Dazu kommt der Handwerkermangel – eine Herausforderung vor allem für private Eigentümer von Wohnimmobilien. Denn: Wer keinen Handwerker findet, kann seine Immobilie auch nicht modernisieren lassen.

Schüttauf ist sich ebenfalls sicher: „Nachhaltigkeit beziehungsweise ESG-Kriterien im Allgemeinen werden in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen – sowohl um regulatorischen Anforderungen als auch den Forderungen von Investoren zu entsprechen. Aber auch, um auf die Vorstellungen der Nutzer einzugehen.“

Wie sich indirekt in Immobilien investieren lässt

Mit der Beimischung offener Immobilienfonds können Anleger:innen ihr Portfolio um ein relativ stabiles Investment ergänzen. Sie sollten im Gegenzug allerdings nicht erwarten, dass die Rendite durch die Decke geht. Wir stellen euch 5 interessante offene Immobilienfonds (OIFs) mit einem Fondsvolumen von 9,8 bis zu 17,5 Milliarden Euro vor. Damit gehören sie zu den größten Publikumsfonds in Deutschland. Klickt euch durch und schaut, welcher Mega-OIFs in den vergangenen 5 und 10 Jahren am besten abgeschnitten hat!

Hinweis: Es handelt sich hierbei um keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Die Geldanlage am Kapitalmarkt ist mit Risiken verbunden. Aus Wertentwicklungen in der Vergangenheit lässt sich nicht auf künftige Wertentwicklungen schließen. Stand der Fonds-Daten: 23. Februar 2022.

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