Global Wealth Report 2021 Trotz Corona wächst das Vermögen

Während der Pandemie ist das Geldvermögen der privaten Haushalte weltweit weiter gestiegen und hat die Marke von 200 Billionen Euro durchbrochen. Das geht aus dem aktuellen Global Wealth Report 2021 der Allianz hervor.

13.10.2021 - 10:2013.10.21 - 16:37
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Skyline von Frankfurt
Skyline von Frankfurt: Im Durchschnitt verfügt jeder Deutsche netto über rund 61.000 Euro© IMAGO / Panthermedia

Trotz der Corona-Pandemie ist das Geldvermögen der privaten Haushalte weltweit weiter gestiegen: Brutto liegt es aktuell bei 200 Billionen Euro – ein Plus von 9,7 Prozent zum Vorjahr und ein neuer Rekord. Abzüglich von Schulden ist es um 11 Prozent auf netto 153,5 Billionen Euro geklettert. Das geht aus dem aktuellen Allianz Global Wealth Report 2021 hervor.

Ersparnisse als Haupttreiber der Entwicklung

Haupttreiber des Wachstums waren im vergangenen Jahr unter anderem die „erzwungenen Ersparnisse“. Viele Menschen konnten aufgrund der Einschränkungen während der Pandemie nicht wie gewohnt ihr Geld ausgeben. Die Folge: Die Summe frischer Spargelder wuchs um 78 Prozent auf einen Rekordwert von 5,2 Billionen Euro.

Hier muss man jedoch genauer hinschauen: Viele Haushalte sparen nicht wirklich, sondern legen ihr Geld einfach nur beiseite. Das Volumen der Gelder, die Menschen einfach auf dem Konto liegen lassen, verdreifachte sich fast (+187 Prozent). Das sei eine verpasste Chance, schreiben die Experten der Allianz. Sinnvoller wäre es hingegen, würden die Haushalte stattdessen für ihren Ruhestand und die grüne Transformation investieren. Hier sei jedoch Skepsis angebracht: „Wir befürchten, dass die Haushalte, wenn sie denn anfangen, ihre gehorteten Gelder aufzulösen, sie für nachgeholten Konsum nutzen und damit nur die Inflation weiter anfachen.“ Es brauche dringend eine neue Sparkultur.

Grafik 1: Anlageklassen in Prozent des Geldvermögens

Quelle: Allianz

Ungleichheit schmälert sich – langsam

In den Schwellenländern sind die privaten Geldvermögen 2020 (+13,9 Prozent) wieder schneller als in den Industrieländern (+10,4 Prozent). Das sei eine Rückkehr zum vertrauten Wachstumsmuster nach drei Jahren. Als Konsequenz hat sich die Wohlstandslücke zwischen reicheren und ärmeren Ländern geringfügig verringert.

Zur Entwarnung sei es aber (viel) zu früh. „Während im ersten Jahr der Pandemie viele Entwicklungsländer erstaunlich gut abschnitten, deutet vieles darauf hin, dass die langfristigen Folgen – von zu wenigen Impfungen und neu geordneten Lieferketten bis hin zur digitalen und grünen Transformation – vor allem die ärmeren Länder treffen könnten.“

Aus dem Global Wealth Report geht hervor, dass die reichsten 10 Prozent der Weltbevölkerung, knapp 520 Millionen Menschen, zusammen 84 Prozent des gesamten Vermögens besitzen. Betrachtet man die ein Prozent der Superreichen, so ergibt sich folgendes Bild: Sie besitzen fast 41 Prozent des Vermögens  – mit einem durchschnittlichen Geldvermögen (abzüglich Schulden) von mehr als 1,2 Millionen Euro. Anfang des Jahrhunderts lagen die Zahlen noch bei 91 und 43 Prozent.

Top 20-Länder: Geldvermögen pro Kopf (Netto, Brutto)

Das Bruttogeldvermögen der deutschen Haushalte stieg im Jahr 2020 um 6,6 Prozent – das Netto-Vermögen um 7,5 Prozent. Damit besitzt rein rechnerisch jeder Deutsche brutto mehr als 85.000 Euro (abzüglich Schulden: 61,760 Euro).

Im Ranking der Allianz rangiert die Bundesrepublik unter den 20 reichsten Länder weltweit auf Platz 18 (brutto) und Platz 19 (netto). An den beiden Spitzenpositionen hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Geldvermögen pro Haushalt im Ländervergleich (links: netto, rechts: brutto)

Grafik vergrößern / Quelle: Allianz Global Wealth Report 2021

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